Lokales

Samtweicher Chorklang

KIRCHHEIM Begeisterung löste am vergangenen Wochenende das Konzert des Vocal-Ensembles und des Kinderchors "KiKiKo" der Kirchheimer Kreuzkirche aus. Erstmals unter der Leitung von Adina Schattel standen Lieder im Advent in vielen Sprachen auf dem Programm. Das bestens präparierte Vocal-Ensemble bot typische und dennoch ungewöhnliche Chorsätze aus ganz Europa von Finnland bis Italien, von Tschechien bis Frankreich.

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Die 16 Kinder des "KiKiKo" im Alter von sechs bis zehn Jahren standen den Erwachsenen im fleißigen Üben in nichts nach und sangen ihre Lieder klar und ausdrucksstark mit den passenden Bewegungen. Die beiden Musikstudentinnen Simone Herter und Corinna Kemmler gaben mit Querflöte und Klavierbegleitung den Ensembles weihnachtlichen Glanz.

Hans Seel rundete die abwechslungsreiche Spielfolge durch beeindruckende eigene Gedichte ab. Monika Seel las eine für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen lehrreiche Nikolausgeschichte vor.

Als erstes eroberten die jungen Sängerinnen und Sänger des KiKiKo mit "Komm, wir gehen nach Bethlehem" und "Melchior und Balthasar" die Herzen der Zuhörer. Charmant führten die Kinder mit humorvollen Worten abwechselnd durch das Programm.

Das Vocal-Ensemble begann seinen Vortrag mit "Gesu Bambin le nato" aus dem Piemont und überzeugte durch samtweichen Chorklang und kunstvolle Phrasierungen. Die kraftvolle Intensität ihres Gesangs kam in Liedern wie "Entre le bÊuf", "Carillon de Vendôme", oder "Lulajze Jesuniu" zum Ausdruck. Zum glanzvollen Höhepunkt des Abends wurde "Warten auf das Licht", ein Lied des Komponisten Klaus Heizmann.

Die neue Dirigentin Adina Schattel führte beide Chöre mit sensibler Sicherheit, die Chöre ihrerseits folgten ihr mit aufmerksamer Genauigkeit, sodass eine klangvoll-harmonische Einheit entstand. Simone Herter und Corinna Kemmler boten mit dem 1. und 4. Satz der Sonate op. 1, Nr. 7 in C-Dur von Georg Friedrich Händel einen filigranen Eindruck ihres Könnens.

Ungewohnte Klänge erzeugte der Chor mit "Puti, Puti" aus Lettland. Rau spürte man den bitterkalten Nordwind wehen, im Kontrast zu den süßen allüberall ertönenden Weihnachtsglocken. Mit einem andalusischen Weihnachtslied verabschiedeten sich das Vocal-Ensemble und der KiKiKo. Gemeinsam sangen Chöre und Zuhörer "Macht hoch die Tür". Zu Recht zollten die zahlreichen Zuhörer den Akteuren uneingeschränkte Bewunderung. Erst nach einer vehement eingeforderten Zugabe ließ das Publikum die Ensembles gehen und hofft nun auf das nächste ansprechende Konzert.

pm