Lokales

Sankt Martinskirche stand im Zeichen des Frühlings

LENNINGEN Schon der Anblick des großen Orchesters und des festlich gekleideten Chores in dieser altehrwürdigen Kirche mit ihren romanischen Säulenarkaden und der schönen, spätbarocken Orgel im Hintergrund stimmt den Besucher gespannt und fröhlich.

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Mit der feierlichen "Königinnen Intrada" von William Brade führt der Musizierkreis unter der Leitung von Gerlinde Korell tänzerisch in den Abend ein. Die Erste Vorsitzende des Liederkranzes, Inge Schuster, begrüßt herzlich die zahlreichen Besucher und verspricht einen Streifzug durch die Chorliteratur fast sämtlicher Musikepochen der vergangenen fünf Jahrhunderte. "Musica, die ganz liebliche Kunst" lässt nun die Alltagssorgen vergessen und schon zieht der französische "Tourdion" mit seinen verschiedenen Tempi die Zuhörer in seinen Bann. Einen besonderen Hörgenuss bietet das Gemshornquartett des Musizierkreises mit dem holländischen "La Parma" aus dem 16. Jahrhundert.

Unter der bewährten Leitung von Andreas Frank wird der Maien mit der innigen Anbetung der Liebsten zart und mitfühlend von den Sängerinnen und Sängern dargeboten. Die Lieder und Musikstücke der Renaissance zaubern mit ihrer Frische die Farben des Frühlings herbei. Mit orchestralem Klang führt nun die Sinfonie F-Dur von Johann-Anton Fils in die Zeit der Mannheimer Vorklassik des 18. Jahrhunderts. Ein Flötenquartett, unterstützt durch Großbass und Subbassflöte, eine jubelnde C-Flöte zusammen mit einem Streichquartett, bringt mit kontrastreichen Tempowechseln, großer Klangvielfalt und ausgeprägter Dynamik herrliche Klänge in den Kirchenraum.

Mit feiner Gesangskultur führt nun der Liederkranz weiter in das 19. Jahrhundert. Das inhaltsreiche Volkslied "Ob wir rote, gelbe Kragen" aus der Zeit der Deutschen Revolution wird im Wechsel gemeinsam mit dem Musizierkreis vorgetragen. Ein schwedisches Tanzlied hat erstaunliche Knalleffekte bereit und über Johannes Brahms und Mendelssohn Bartholdy "O Täler weit, o Höhen" führt die Liederreise mit dem nordamerikanischen "Amazing Grace" ins 20. Jahrhundert.

Nun ist es an der Zeit, die Ehrung der verdienten Jubilare vorzunehmen. Inge Schuster ehrt für 40-jährige aktive Mitgliedschaft: Inge Allgaier, Elfriede Künschner und Magdalena Polzer. Für 40-jährige fördernde Mitgliedschaft werden geehrt: Frida Bader, Monika Bohnacker, Karl Preu, Hedwig Schlenk, Gerhard Schneider und Herbert Zapf. Als Anerkennung erhalten alle eine Urkunde des Schwäbischen Sängerbundes, ein Geschenk des Liederkranzes, sowie für die Aktiven noch eine silberne Ehrennadel des Sängerbundes. Für 25-jährige aktive Mitgliedschaft werden Wilma Huber und Siegfried Künschner geehrt sowie für 25-jährige fördernde Mitgliedschaft Brigitte und Gunter Kirchgeorg, Elke Hahn und Elisabeth Staiger. Auch sie erhalten alle eine Urkunde.

Nun geht es weiter mit der bekannten "Veronika" der "Comedian-Harmonists". Dann singen und musizieren Liederkranz und Musizierkreis noch einmal gemeinsam und geben John Lennons und Paul McCartneys "Yesterday" zum Besten. Eine der bekanntesten Motetten von Anton Bruckner, das "Locus iste", führt zum Abschluss in die geistliche Chormusik. Auch hier ist es, wie den ganzen Abend über, mäuschenstill, die chorische Klangbreite, die präzise, gut verständliche Aussprache und letztendlich die Freude an der Musik und am Singen ist es, was als begeisternder Funke auf die Zuhörer überspringt und lang anhaltenden Beifall bringt, dem gern eine Zugabe folgt. Der gelungene Abend klingt mit einem gemütlichen Beisammensein im evangelischen Gemeindehaus aus.

gv