Lokales

"Saugleitung hoch"

Ungewöhnliche Befehle schallten am Samstag durch das Gottlieb-Müller-Stadion in Denkendorf. Statt "Auf die Plätze, fertig, los", hieß es "Saugleitung hoch", "Wasser marsch". 154 Jugendliche, davon 21 Mädchen, zwischen 15 und 18 Jahren, traten an, um die begehrte Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr zu erhalten. Alle waren erfolgreich.

PETRA BAIL

Anzeige

DENKENDORF Der regionale Wettbewerb findet alljährlich in einem anderen Landkreis statt. In diesem Jahr war es der Kreis Esslingen, der die Leistungsschau des Feuerwehrnachwuchses ausrichtete. Allein zehn Gruppen mit jeweils neun Jungen oder Mädchen kamen aus dem Kreis Esslingen.

Um die Leistungsspange, die es laut Kreisjugendfeuerwart Uwe Steck, seit 1968 gibt, zu erhalten, müssen die einzelnen Mannschaften fünf Disziplinen durchlaufen und mindestens zehn Punkte erreichen. Die Gruppe erhält beispielsweise einen Punkt, wenn alle zusammen beim Kugelstoßen mindestens 55 Meter erreichen. Bei 70 Metern gibt's vier Punkte. Kraft und Sportlichkeit sind laut Steck hier besonders wichtig. Bei der Schnelligkeitsübung gilt es die Wasserversorgung über eine größere Strecke zu sichern. Die dafür benötigten acht C-Druckschläuche müssen innerhalb von 75 Sekunden sauber und ohne Dreher aufgebaut werden. Beim Staffellauf darf das Team für die vorgegebenen 1500 Meter höchstens 4,15 Minuten brauchen. Beim Löschaufbau soll die Wasserförderung mit drei C-Rohren aus einem öffentlichen Gewässer gewährleistet werden. Hier zählt nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch die richtigen Befehle und Kameradschaft.

Im letzten Teil der Abnahme geht es um die Theorie. Es müssen Fragen zum feuerwehrtechnischen Bereich, etwa wie die Feuerwehr aufgebaut ist, und allgemein zur Jugendpolitik beantwortet werden, erklärt Heinrich Heuschele, Fachgebietsleiter Wettbewerbe der Kreisjugendfeuerwehr Esslingen-Nürtingen. 24 Schiedsrichter sorgten dafür, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Zwei Abnahmeberechtigte der Deutschen Jugendfeuerwehr waren ebenfalls vor Ort.

Mindestens sechs Wochen vor dem Wettbewerb haben die Teams zwei bis drei mal pro Woche geübt. Das Training hat sich ausgezahlt: Alle Teilnehmer waren erfolgreich. Heuschele und Steck zeigten sich erfreut darüber, dass im Kreis Esslingen 1045 Jugendliche Mitglieder bei der Feuerwehr sind, davon 152 Mädchen. Bis auf eine Gemeinde sind alle 43 Kreisgemeinden mit Jugendfeuerwehren abgedeckt. Im Gegensatz zum allgemeinen Trend bei Vereinen und Organisationen hat die Feuerwehr keine Nachwuchssorgen. Heuschele führt das auf eine gute Jugendarbeit zurück und dass versucht wird, das breite Interessensspektrum von Jugendlichen mit Sport, Spiel und Zeltlager abzudecken. Bereits mit zehn Jahren können Kinder in die Feuerwehr eintreten. Das erste Abzeichen, das gemacht werden kann, ist die "Jugendflamme".