Lokales

S-Bahn: Eckdaten der Finanzierung stehen

STUTTGART Die Stuttgarter Regionalversammlung hat gestern einstimmig dem Finanzierungskonzept der S-Bahn-Verlängerung nach Kirchheim zugestimmt. Damit, so Regionaldirektor Dr. Bernd Steinacher, seien die Chancen groß, dass die S-Bahn-Linie S 1 ab dem Fahrplanwechsel 2009/2010 von Plochingen bis nach Kirchheim fahren wird. "Nach jahrelangen Verhandlungen stehen die Eckdaten für die Finanzierung der S 1."

Anzeige

Die Gesamtkosten (Bau und Planung) des Projekts liegen bei etwa 32,5 Millionen Euro. Daran beteiligen sich das Land, der Verband Region Stuttgart, der Kreis Esslingen sowie 15 Städte und Gemeinden.

Von großer Bedeutung und entscheidend für den Durchbruch bei den Verhandlungen über die Finanzierung der S1-Verlängerung war für Dr. Steinacher, dass die Region "vollständige Finanzierungssicherheit für den Landkreis Esslingen und die beteiligten Kommunen schafft". Deren Anteil an den Baukosten und dem Betrieb der S-Bahn in Höhe von insgesamt 7,78 Millionen Euro ist ein Fixbetrag, betonte Dr. Steinacher. Er bemisst sich nicht nach den tatsächlich entstehenden Baukosten, sondern nach dem im GVFG-Antrag ermittelten Finanzbedarf. Auch eventuelle Kostensteigerungen beim Betrieb der S-Bahn oder gegebenenfalls drohende weitere Kürzungen öffentlicher Gelder würden nicht zu Lasten der Landkreise und der Kommunen gehen, so Dr. Steinacher weiter. Der Anteil des Landes an den Baukosten nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) beträgt zirka 16,4 Millionen Euro. Der Verband Region Stuttgart zahlt alles in allem zirka 12,3 Millionen Euro. Hinzu kommen etwa vier Millionen Euro für eine Vorfinanzierung des Landesanteils über vermutlich zehn Jahre.

Regionaldirektor Dr. Steinacher wertete den Ausbau der S-Bahn als Teil eines räumlichen und verkehrlichen Gesamtkonzepts für den Schienenverkehr im Raum Kirchheim. Dazu gehöre auch die künftige Modernisierung der kleinen Teckbahn zwischen Kirchheim und Oberlenningen. Da die Verbesserungen auf der Teckbahn noch dauern werden, wurde mit allen Beteiligten ein Schienen/Buskonzept als Zwischenlösung vereinbart.

Regionalrätin und Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker (SPD) lobte den gemeinsamen Willen der Kommunen, trotz Haushaltsproblemen das Projekt zu realisieren. Die Vorfinanzierung durch die Region würdigte sie als Akt der Solidarität. Nach 27-jährigem Vorlauf und vielen Hürden scheine aus dem Projekt nun doch noch eine "endliche Geschichte" zu werden.

pm