Lokales

S-Bahn soll zum Fahrplanwechsel 2009/2010 rollen

Die Verlängerung der S-Bahn-Linie S 1 von Plochingen nach Kirchheim geht in eine weitere wichtige Phase. Mit der Übergabe der fünf Aktenordner umfassenden Planunterlagen an das Eisenbahnbundesamt Ende letzter Woche beginnt das Baugenehmigungsverfahren für das etwa 32,5 Millionen Euro (Planung und Bau) teure S-Bahn-Ausbauprojekt.

STUTTGART "Wir streben an, die erste S-Bahn nach Kirchheim zum Fahrplanwechsel 2009/10 rollen zu lassen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir bis Ende 2007 den Planfeststellungsbeschluss in Händen halten", sagte Planungsdirektor Dr. Dirk Vallée gestern. Das Eisenbahnbundesamt hatte bereits Ende 2005 die Unterlagen zur Vorprüfung erhalten. Nun wird das förmliche Verfahren, das das Eisenbahnbundesamt in Kooperation mit dem Regierungspräsidium Stuttgart durchführt, offiziell eingeleitet.

Anzeige

Das Planfeststellungsverfahren für den zwölf Kilometer langen S-Bahn-Ausbau besteht aus zwei Abschnitten: dem Bereich von Plochingen bis Wendlingen und dem Bereich Kirchheim. Die Vorarbeiten für den S-Bahn-Ausbau haben bereits im vergangenen Jahr im Zuge des Umbaus des elektronischen Stellwerks Plochingen begonnen. Dabei wurden zusätzliche Signale zwischen Plochingen und Wendlingen errichtet, die die dichte Zugfolge auf der Neckartalstrecke bewältigen. Wesentliche Bestandteile sind der Ausbau der Stationen Wernau, Wendlingen, Ötlingen und Kirchheim, in denen Gleisanlagen und Bahnsteige für die S-Bahn und ihre Fahrgäste hergerichtet und barrierefrei zugänglich gemacht werden. Unabdingbar ist die Elektrifizierung des Abschnitts Wendlingen Kirchheim und die Anpassung von fünf Bahnübergängen in Wendlingen. In Kirchheim entsteht eine Abstellanlage für S-Bahn-Fahrzeuge und für Regioshuttle der Teckbahn.

Routinemäßig wurde in den vergangenen Tagen im Bereich Ötlingen das Gleis erneuert. Diese Instandhaltung war zwar nicht speziell für die S-Bahn erforderlich, bereitet aber bereits ein tragfähiges Gleisbett für die S-Bahn vor. Da die S-Bahnen die Strecke Wendlingen Kirchheim künftig im elektrischen Betrieb bedienen, sind keine erheblichen zusätzlichen Lärmbelastungen zu erwarten. Gleichzeitig entfallen die Abgase der Dieselfahrzeuge des heutigen Personenverkehrs.

Der entscheidende Durchbruch für die Verlängerung der S 1 sei im letzten Jahr mit dem Finanzierungskonzept erreicht worden, erinnert Dr. Vallée. Die Kosten teilen sich das Land (16,4 Millionen Euro nach GVFG), der Verband Region Stuttgart (12,3 Millionen Euro), der Landkreis Esslingen sowie 15 Städte und Gemeinden (7,78 Millionen Euro Anteil an Bau und Betrieb). Der Verband Region Stuttgart bringt darüber hinaus vier Millionen Euro auf, um den Anteil des Landes über vermutlich zehn Jahre vorzufinanzieren. Mit der Vorfinanzierung hatte die Region Stuttgart vollständige Finanzierungssicherheit für den Landkreis Esslingen und die Kommunen geschaffen, so der Planungsdirektor. Er ist sicher: "Die Vorfinanzierungszusage durch die Region hat den Ausschlag gegeben, die S-Bahn-Verlängerung nach Kirchheim nach knapp 30-jährigem Vorlauf doch noch realisieren zu können." Wenn der vom Land für 2008 zugesagte Förderbescheid eintreffe, stehe einem Baubeginn im übernächsten Jahr nichts mehr im Wege, so Dr. Vallée weiter. Sollte also alles nach Plan laufen, könnten die ersten S-Bahn-Züge zum Fahrplanwechsel 2009/2010 bis nach Kirchheim rollen.

pm