Lokales

Schäfermarkt im Freilichtmuseum

Am Wochenende, 23. und 24. April, stehen die Schafe im Mittelpunkt des Geschehens im Freilichtmuseum Beuren. Bereits zum sechsten Mal wird mit den Schäfertagen an einen Wirtschaftszweig erinnert, der im Gebiet des heutigen Landkreises Esslingen wegen der Wolle von großer Bedeutung war.

BEUREN Schafe kamen ursprünglich von Südwest-Asien über Persien und Mesopotamien nach Europa. Auch das Freilichtmuseum Beuren besitzt eine eigene Schafherde. Diese wird an den Schäfertagen Zuwachs um über 300 Artgenossen bekommen. Neben dieser großen Herde Merinoschafen sind zusätzlich zwölf verschiedene Schafrassen zu bestaunen.

Anzeige

An beiden Tagen werden bei einem Schäfermarkt auf dem Muse-umsgelände Käse, Fleisch, Wurst, Felle, Wolle, Wollprodukte, Schäferkleidung und Schäferhandwerkszeug angeboten. Zudem gibt es ständige Vorführungen rund um die Weiterverarbeitung der frisch geschorenen Schafwolle, die Informationsgelegenheit bieten. Am gesamten Wochenende sind typische Tätigkeiten zu sehen, die einst und heute bei der Schafhaltung anfallen. An beiden Tagen bildet die Reinlichkeit den Auftakt der Vorführungen. Mit dem Schafbaden einer Prozedur zur Bekämpfung von Außenparasiten im Schaffell beginnen am Samstag um 13 Uhr und am Sonntag um 10 Uhr die Schäfertage. Danach folgen im ständigen Wechsel weitere Vorführungen, wie das Schauhüten mit Border Collies, Schafschur und Schafbaden. Dr. Fischer, ehemals Zuchtleiter beim Landesschafzuchtverband Baden-Württemberg, wird dem Publikum jeweils nach den Schafschurvorführungen Wissenswertes über die Schäferei, die Schafzucht und den Schäferberuf erläutern.

Für Interessierte und Fachpublikum informiert der Landesschafzuchtverband Baden-Württemberg an den Schäfertagen ebenso vor Ort wie der Schäferverein Hohenneuffen-Teck, der Verein für Schäfereigeschichte, die Arbeitsgemeinschaft Altdeutsche Hütehunde (AAH), die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) sowie der Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg. Die Erzeugergemeinschaft Württemberger Lamm (EZG) wird an beiden Tagen "Versucherle" vom Lamm anbieten und Lammfleisch aus der Region zum Kauf anbieten. Die Gründer der modernsten Schafwollwaschanlage Europas, das Ötztaler Wollzentrum in Umhausen (Österreich), informiert über den Rohstoff Schafwolle, und das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb ist mit einem Stand im Freilichtmuseum des Landkreises Esslingen vertreten.

Neben dem Blöken der Schafe werden auch melodischere Klänge zu hören sein, denn auf Schäferpfeifen wird historische Musik gespielt. Spielen ist ebenfalls das Thema der Mitmachaktionen für Kinder, bei denen es um das Spinnen und Filzen geht. Das Ökomobil des Regierungspräsidiums bietet samstags kleinen Forscherinnen und Forschern ein interessantes Betätigungsfeld. Über die Landschaftspflege bei der Schafhaltung informiert die Ausstellung "Heide, Felsen, Steinriegel" des Regierungspräsidiums Stuttgart. Sie ist im ehemaligen Schafstall aus Schlaitdorf im Freilichtmuseum aufgebaut. Gleich daneben steht eine Schafbadeeinrichtung aus den 1940er-Jahren aus Metzingen-Glems.

pm