Lokales

Schaf im Freibad ertränkt

Totes Tier trieb im Wasser – Schwimmerbecken des Kirchheimer Bads bleibt vorerst gesperrt

Ein Angestellter des Kirchheimer Freibads hat am heutigen Donnerstagmorgen ein totes Schaf im Schwimmerbecken gefunden. Das große Becken bleibt deshalb vorerst gesperrt. Jetzt ermittelt die Polizei wegen Tierquälerei. Das Gesundheitsamt prüft, welche hygienischen Maßnahmen erforderlich sind.

Schaf im Freibad ertrŠänkt - Schwimmbecken des Kirchheimer Bads bleibt gesperrt. Foto: Jean-Luc Jacques
Schaf im Freibad ertrŠänkt - Schwimmbecken des Kirchheimer Bads bleibt gesperrt. Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Im Schwimmerbecken des Kirchheimer Freibands herrscht gähnende Leere. Rund um den Beckenrand flattert rot-weißes Band mit der Aufschrift: Polizeiabsperrung“. Der Grund dafür ist gleichermaßen ungewöhnlich wie grausig: Bislang unbekannte Täter haben in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ein Schaf im Sportbecken des Kirchheimer Freibads ertränkt. Ein Schwimmmeister entdeckte das tote Tier, das im Wasser trieb, heute morgen um 5.40 Uhr bei seinem Dienstantritt.

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„Wir gehen davon aus, dass das Tier noch gelebt hat, als es ins Becken geworfen wurde“, sagt Polizeihauptkommissar Bernd Eitle, der gerade Dienst hatte, als die Meldung des Schwimmmeisters auf der Kirchheimer Polizeiwache einging. Diese Vermutung beruht darauf, dass das etwa vier Monate Schaf noch im Becken Kot abgesetzt hatte. Klarheit soll eine Obduktion des Veterinäruntersuchungsamts in Fellbach bringen. Dort wird auch überprüft, ob das auf den ersten Blick gesunde und unversehrte Schaf tatsächlich frei von Krankheiten und Verletzungen war. Dass es sich um ein Verbrechen handelt, steht für den Polizisten fest: „Am Hintereingang wurden Schleifspuren entdeckt."

Der Besitzer des Schafes ist bislang noch nicht bekannt: „Wir haben alle Schafhalter in der Umgebung abtelefoniert“, sagt Bernd Eitle. „Einen Hinweis gibt es aber noch nicht.“ Klar ist lediglich, dass es sich um ein Merino-Landschaf oder um eine Merino-Kreuzung handelt. „Das Tier hatte eine braune Schnauze und dunklere Wolle.“

Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt auch noch, wie es mit dem Schwimmerbecken im Kirchheimer Freibad weitergeht. „Das Becken bleibt vorerst gesperrt“, sagt Gunnar Brenner, stellvertretender Leiter des Kirchheimer Amts für Kultur, Bildung und Sport. Für heute Nachmittag ist eine Untersuchung des Sportbeckens durch das Gesundheitsamt geplant. Dann soll entscheiden werden, ob das Wasser abgelassen werden muss oder nicht.

„Uns entstehen in jedem Fall immense Kosten durch diesen Vorfall“, sagt Gunnar Brenner. Allein die Probenentnahme und der Besucherausfall durch die Sperrung würden die Stadt belasten. Ungleich höher werden Aufwand und Kosten, wenn tatsächlich das Wasser abgelassen werden muss. „Allein das Auslassen dauert eineinhalb Tage. Dann kommt die Reinigung, und das Einlassen dauert in der Regel drei bis vier Tage“, nennt Gunnar Brenner einen Zeitrahmen. Das Wichtigste bei alledem sei für die Stadt jedoch, das keine Gesundheitsgefahr für die Schwimmgäste besteht: „Die Hygiene geht in jedem Fall vor“, betont Brenner. Sollte das Becken ausgelassen werden, würde außerdem auch das Absperrband nicht mehr reichen. „Dann bräuchten wir einen Bauzaun.“ Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Badegäste ins Becken stürzen.

Den Vorfall zu spüren bekommt auch Kirchheims Sportwelt: So muss das für heute Abend geplante Wasserballspiel des VfL-Kirchheim II gegen des SV Bietigheim II ausfallen. „Der Sprintercup am Wochenende wackelt ebenfalls“, sagt Brenner. Den internationalen Wettbewerb plant die Schwimmabteilung des VfL Kirchheim am kommenden Wochenende, 23. und 24. Juni, zum neunten Mal auszurichten.

Gelegenheit sich abzukühlen bietet das Kirchheimer Freibad indessen trotzdem: „Das Nichtschwimmerbecken, des Babybecken und die Liegewiese stehen uneingeschränkt für den Badebetrieb zur Verfügung“, so Brenner.

Abgesehen von den Komplikationen und Kosten, die der Stadt Kirchheim entstehen, ist Gunnar Brenner fassungslos angesichts der Tat: „Ich bin echt geschockt“, sagt der Amtsleiter. Die Vorstellung, dass Menschen ein junges Schaf ins Becken geworfen und dabei zugesehen haben, wie es ertrinkt, sei für ihn „ganz schrecklich“.

Das ertränkte Schaf im Freibad ist nicht der erste Fall von Tierquälerei in Kirchheim. Bereits vor einem Jahr war die Teckstadt in die Medienöffentlichkeit geraten, weil zwei acht und neun Jahre alte Buben sieben Lämmer auf dem Schafhof totgeprügelt hatten.

Weitere Informationen – auch zum aktuellen Stand in Sachen Schwimmerbecken – gibt es im Laufe des Tages auf www.teckbote.de sowie am Freitag in der Printausgabe des Teckboten.