Lokales

Schafweide sorgt für Diskussionen

Schäfer hielt Vertragsvereinbarungen nicht ein – Hilferuf an Gemeinde

Die Winterschafweide in Dettingen hat in den vergangenen Jahren oft für Diskussionen und Ärger im Ort gesorgt. Denn der Schäfer, der die Weide für seine Tiere nutzte, hielt sich nicht an die Vertragsvereinbarungen. Die Gemeinde hofft jetzt auf Besserung.

Dettingen. Regelmäßig gab es in den vergangenen Jahren Probleme mit dem Schäfer, an den die Gemeinde die Winterschafweide verpachtet hatte. Er verstieß gegen die Vertragsvereinbarungen, indem er die Tiere länger weiden ließ als vorgesehen. Laut Vertrag müssen die Tiere nämlich bis Anfang Februar abgezogen sein.

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In diesem Jahr sind bei der Gemeinde für die Nutzung der Winterschafweide Bewerbungen von Schäfern, aber auch von Nicht-Schäfern eingegangen. Die Nicht-Schäfer wollten ihre Bewerbung als eine Art Hilferuf verstanden wissen, sagte Bürgermeister Rainer Haußmann in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Daraufhin habe man sich mit allen Beteiligten zusammengesetzt. Geeinigt habe man sich schließlich darauf, dass der Schäfer die Winterschafweide zusammen mit einem „Kollegen“ nutzt – ihm steht eine Fläche von 892 Hektar zur Verfügung, für die er rückwirkend von 11. November bis 2. Februar einen Pachtpreis von 750 Euro bezahlt; der andere Schäfer kann für einen Pachtpreis von 100 Euro eine 34 Hektar große Fläche nutzen.

Die Verträge mit den Schäfern sehen vor, dass die Gemeinde von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch machen kann, sollte der vereinbarte Zeitrahmen nicht eingehalten werden. Außerdem ist eine Vertragsstrafe fällig, sobald der 2. Februar überschritten wird. Diese hätte laut einem Vorschlag der Gemeindeverwaltung 250 beziehungsweise 30 Euro für die beiden Schäfer betragen sollen.

„Eine Vertragstrafe sollte weh tun. Bei diesen Beträgen ist das aber nicht der Fall“, sagte Hermann Pölkow von der SPD. Er beantragte deshalb, die Strafe auf die Jahrespacht von 750 beziehungsweise 100 Euro zu erhöhen. „Ich will die Kirche im Dorf lassen. Diese Beträge erscheinen mir zu heftig“, entgegnete Rainer Haußmann.

Bei sechs Für- und fünf Gegenstimmen sowie einer Enthaltung entschloss sich das Gremium schließlich für den Antrag von Hermann Pölkow.