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Schampus für Wolf Henzler: Der erste Sieg

Automobilrennfahrer Wolf Henzler vom Motorsportclub Kirchheim krönte seinen vierten Start in der SCCA-Speed-World Challenge 2005 in den USA mit einem grandiosen Erfolg.

EBERHARD STRÄHLE

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LEXINGTON Der 30-jährige Nürtinger beherrschte mit seinem Farnbacher/Loles-Porsche 911 GT Cup auf dem Mid-Ohio Sports Car Course von Lexington im US-Bundesstaat Ohio die Konkurrenz nach allen Regeln der Kunst. Mit diesem ersten Sieg in dieser Saison unterstich Henzler seine Ambitionen, die amerikanische Rennserie für GT-Fahrzeuge im Gesamtklassement für sich zu entscheiden.

" Ich sehe in dieser GT-Rennserie, die mit den verschiedensten Marken wie Porsche, Cadillac, Dodge oder Chevrolet ausgetragen wird, mehr Potenzial als in den deutschen Serien", sagt Henzler. In dieser Meisterschaft, die man den Deutschen Tourenwagen Masters vergleichen kann, engagieren sich nicht nur zahlreiche Privatfahrer aus Amerika. Cadillac, Volvo und auch Dodge betreiben diese Art Motorsport werksseitig und vertrauen den Werkspiloten ihre Wagen an.

Jedes Rennen führt über eine Distanz von maximal 50 Minuten Dauer. Wolf Henzler ist der einzige deutsche Teilnehmer in dieser Serie, die in den USA sehr viel Populärität genießt. Die Rennstrecke von Mid-Ohio liegt etwa einhundert Kilometer nördlich der Hauptstadt Columbus, eingebettet ins Richland County. Die 2,258 Meilen lange Strecke ist, wie Henzler meint, "eine sehr technische Piste mit relativ vielen Steigungen und Gefällen, aber sehr unspektakulär." Henzler rangierte im ersten Training als Neunter im Feld, als ein Teil am Unterboden des Porsche wegbrach. Nach erfolgter Blitzreparatur begann die Jagd auf die beste Zeit der Nürtinger fuhr die schnellste Rundenzeit mit 1.39,946 Minuten vor Robin Liddell (Porsche) und Tommy Archer (Dodge-Viper). Das zweite freie Training beherrschte der Schwabe von Anfang an (1.28,829). Cadillac-Gaststarter John Heinricy belegte in dieser Session den zweiten Platz vor dem schottischen Porsche-Piloten Robin Liddell. Im weiteren Verlauf konnte sich Henzler noch steigern und fuhr 1.28,379 Minuten.

Im anschliessenden Qualifying herrschte eine Gluthitze über dem Rennkurs. Bereits drei Minuten nach Beginn des Runs auf die begehrte Poleposition brannte der Nürtinger mit seinem jetzt blau lackierten Porsche 911 die Topzeit von 1.26,820 Minuten in den Asphalt. Zweiter wurde John Heinricy (sieben Zehntelskunden Rückstand) vor den Cadillac-Kollegen Max Papis und Andy Pilgrim. Damit hatte Henzler seine dritte Poleposition innerhalb der vier Läufe der Speed World Challenge ergattert.

Im Rennen, das über fünfzig Minuten ging, setzte der 30-Jährige alles auf eine Karte, legte einen optimalen Start hin und setzte sich vom Feld leicht ab. Lediglich die Cadillacs konnten dem wie entfesselt fahrenden Diplom-Betriebswirt folgen. "Die waren auf den Geraden etwas schneller als mein Porsche, aber in den engen Kurven war mein Auto wendiger", rekapitulierte Henzler später. So konnte er "in unspektakulärer Weise" seine 29 Runden abspulen. Zwei Safety-Car-Phasen, die sieben Runden andauerten, ließen das Feld zwischendurch zusammenrücken, aber der Nürtinger gewann beide Re-Starts und sicherte sich nach einer knappen Stunde seinen ersten Amerika-Sieg in diesem Jahr.

Dass Henzler in Lexington kein Zusatz-Gewicht an Bord mitschleppen musste, war natürlich hilfreich. "Wegen meines 22. Platzes im letzten Rennen in Road Atlanta wurde das Gewicht komplett entfernt." Nach dem Rennsieg war Henzler richtig happy. "Schnellster im Training, Schnellster im Qualifying, danach der Start- und Ziel-Sieg. Dies war ein Superwochenende für mich." Danach gab es eine Champagnerdusche.

Mit diesem Sieg kletterte Henzler in der Rennserie auf den dritten Rang. Schon in der zweiten Juniwoche zieht es den Schwaben wieder nach Amerika. In Watkins Glen unterstützt er zwei US-Rennfahrer als dritter Pilot in deren Porsche Carrera 911 GT3 bei einem Sechs-Stunden- Rennen der Grand Am-Serie. Henzler soll einen möglichst guten Startplatz herausfahren.