Lokales

"Schauzelten" in der selbst gebauten Holzburg

ZABERFELD 8 Uhr die Lagerglocke läutet 80 verschlafene Gesichter aus den Schlafsäcken. Kurz die Hände am Lagerfeuer wärmen, sich frisch machen und die Frühstücksausgabe stürmen.

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So begannen in den Pfingstferien die fünf Tage beim mittelalterlichen Zeltlager des Jugendrotkreuzes im Kreisverband Nürtingen-Kirchheim. Da der Zeltplatz in Zaberfeld nicht fernab der Zivilisation, sondern eingekeilt zwischen einem Radweg und dem Fußballplatz lag, verfolgten häufig interessierte Blicke von Passanten das mittelalterliche Treiben. "Ich war ehrlich gesagt entsetzt, als ich die Wiese zum ersten Mal sah. Wir haben jedoch beschlossen, das Beste daraus zu machen und der Öffentlichkeit zu zeigen, wie toll unsere Freizeiten sind. ,Schauzelten' hieß von nun an die Devise", berichtet Stefan Gerstenberger, einer der beiden Leiter.

Zu sehen gab es einiges: Mit bunten Wimpeln geschmückt standen die 14 Zelte schützend um das Lagerfeuer und die selbst gebaute Holzburg. Große Männer und kleine Jungs schwangen die Beile, um die riesigen Holzstämme zu spalten. Eifrige Schmiede dengelten Schmuck auf dem Amboss und Färber saßen an kochenden Batikeimern. Weiterhin wurden Gefäße mit einem Mosaik verziert, Töpfern und Filzen in den Bastelworkshops angeboten.

Auch das Nachmittagsprogramm, zum Beispiel ein Geländespiel mit historischem Hintergrund am nahe gelegenen Badesee, wurde von allen Teilnehmern begeistert angenommen. "Ein Höhepunkt war mit Sicherheit auch der Besuch eines mittelalterlichen Festes auf der Ravensburg, das natürlich extra für uns stattfand", bemerkt der zweite Leiter Jörg Sablowsky, mit einem Augenzwinkern.

Den krönenden Abschluss bildete am letzten Abend der eigene mittelalterliche Markt. Dazu hatten die neun Gruppen je einen Stand vorbereitet und teilweise sogar passende Kostüme genäht. Nachdem auch das letzte Tageslicht verschwunden war, bekamen die Feuerjongleure mit brennenden Diabolos, Pois und Bällen ihren großen Auftritt."Mich hat besonders beeindruckt, dass etliche Leute stehen geblieben sind, viele Fragen gestellt haben und von den Kindern auch bereitwillig Auskunft bekamen. Unser Team hat das ,Schauzelten' wirklich super umgesetzt", resümierte die Jugendreferentin Ines Baur zufrieden das Pfingstzeltlager des Jugendrotkreuzes.

ib