Lokales

Schenken kann sehr viel Freude bereiten

Weihnachtspäckchen für andere packen kann genauso viel Freude machen, wie das Auspacken von Geschenken, die unter dem Christbaum liegen. Darüber waren sich die Kinder einer Klasse der Freihof-Grundschule einig. Sie durften in diesem Jahr Weihnachtstüten für obdachlose und bedürftige Menschen füllen. Seit über zehn Jahren hat es sich die Diakonische Bezirksstelle zur Aufgabe gemacht, diesem Personenkreis zu den Festtagen eine Freude zu machen.

RUDOLF STÄBLER

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KIRCHHEIM Claudia Brendel kann sich nicht mehr genau erinnern, seit wieviel Jahren diese Geschenkaktion durchgeführt wird. "Über zehn Jahre sind es aber bestimmt", versichert die Bezirksdiakoniebeauftragte. Aber eines weiß sie noch ganz gewiss: "Die Idee kam damals von einer Schulklasse." Die hatten erfahren, dass es auch in Kirchheim und Umgebung Menschen und vor allem Kinder gibt, die keine Gaben unter dem Weihnachtsbaum finden werden, fehlt es doch einfach am Geld in diesen Familien. Ruhig und ernst lauschen die Kinder diesen Worten von Claudia Brendel, auch wenn man am liebsten gleich loslegen würde mit der Packerei. Ist man doch nicht alle Tage plötzlich selbst das Christkind. Und eine der jungen Helferinnen erinnert sich sicherlich recht ungern: "Ich habe auch einmal kein Geschenk zu Weihnachten bekommen."

Und die Zahl der Hilfsbedürftigen steigt weiter. Bisher wurden immer rund 60 Tüten gefüllt, erzählt Claudia Brendel, in diesem Jahr haben die fleißigen Helfer mehr zu tun, gilt es doch 80 Taschen mit Lebensmitteln oder sonstigen nützlichen Dingen zu füllen und an Spielzeug und Leckereien für die Kinder wurde natürlich auch gedacht. So stehen auf den Tischen Kartons mit Obst, Fertiggerichten, Nudeln, Fisch- und Wurstkonserven, Marmeladen und Tee. Viele Dinge, die sich die Bedürftigen sonst kaum leisten können, wandern in die Tüten. So bekommen sie wenigstens zu Weihnachten einmal etwas Besonderes.

Obenauf haben die fleißigen Helfer dann noch eine Weihnachtskarte gesteckt mit guten Wünschen zum Fest. Und eine ganz wichtige Einladung steckte auch noch in den Tüten, eine Einladung, auf die sehr viele der Beschenkten jedes Jahr sehnlichst warten. Es ist die Einladung für "Weihnachten im Eckpunkt". Von 14 bis 18 Uhr findet im Cafe im Eckpunkt, Alleenstraße 74 ein gemütliches Beisammensein für die Armen und Obdachlosen statt. Ein Weihnachtsessen steht auf dem Programm, Gesang und Geschichten, sowie Kaffee, Tee und Gebäck. Und darauf freuen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonischen Bezirksstelle jedes Jahr genauso wie die Eingeladenen. Verteilt werden die ersehnten Gaben von Mitarbeitern des Sozialen Dienstes der Stadt Kirchheim.

Hauptsächlich finanziert werden die Geschenke aus der Stiftung der Otto Ficker AG. Aber, freut sich Claudia Brendel, "wir haben in diesem Jahr auch sehr viel Dinge von den Kirchengemeinden bekommen." So war vor allem an Lebensmitteln und Süßigkeiten kein Mangel. Die Diakonische Bezirksstelle ist für den Einkauf und die Koordination zuständig. "Eine rechte Gemeinschaftsaktion eben, ganz im Sinne von Weihnachten", freut sich Claudia Brendel. Wer eine der Taschen bekommt, legt die Diakonische Bezirksstelle zusammen mit dem städtischen Sozialamt fest. Dort weiß man ganz genau, wer die Gaben brauchen kann.