Lokales

"Schere der Ungleichheit"

Einer Erhöhung der Mietkosten für die Benutzung der Eduard-Mörike-Halle und der Konrad-Widerholt-Halle hat der Kirchheimer Gemeinderat einstimmig den Segen erteilt. Der Ortschaftsrat Ötlingen hatte sich zuvor allerdings gegen diesen Schritt ausgesprochen.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Hintergrund der Erhöhung war die Feststellung des Rechnungsprüfungsamtes, dass die Mieten der genannten Hallen bei der Erhöhung der Stadthallenmiete nicht angepasst wurden. Außerdem soll die Eduard-Mörike-Halle, die bisher ausschließlich durch Vereinsveranstaltungen genutzt wird, auch an private Nutzer vermietet werden können.

Ötlingens Ortsvorsteher Hermann Kik erläuterte eingangs die ablehnende Haltung im Ortschaftsrat. So sei die Ötlinger Eduard-Mörike-Halle, die als sanierungsbedürftig eingestuft ist, nicht vergleichbar mit anderen. Manche Funktionen seien nicht oder nur teilweise möglich. Zudem werde die Schere der Ungleichheit weiter geöffnet, da in Nabern und Jesingen jeweils der Ortschaftsrat für die Belange der örtlichen Hallen zuständig sei. Kik schloss mit der Bitte, das Thema erst im Verbund mit der Neuordnung der Zuschüsse an Vereine und Verbände anzugehen.

In Bezug auf die unterschiedliche Handhabung in den Teilorten pflichtete Christoph Tangl, Fraktionsführer der Grünen Alternativen, dem Ortsvorsteher bei. Für eine Nachregelung sei nun höchste Zeit, Nabern und Jesingen sollten eine Vereinbarung treffen, die der Gesamtstadt entspricht. Auch Franz Ochs von den Freien Wählern hielt einheitliche Gebühren für gerecht, wobei dann immer noch die Frage nach den Standards offen sei. CDU-Fraktionsvorsitzender Helmut Kapp signalisierte, dass die Teilorte wohl keine Einwände hätten, sofern die Vergleichbarkeit gegeben sei.

Die Grundmiete für die Säle der Konrad-Widerholt-Halle und der Eduard-Mörike-Halle wird ab Januar bei fünfstündiger Nutzung 265 Euro betragen. Bisher waren es 231 Euro. Dazu kommen Zuschläge für Küchenbenützung, Bühne und weitere Details. Kirchheimer Vereine und Abteilungen derselben erhalten für zwei Veranstaltungen in den städtischen Hallen jährlich einen Zuschuss von 65,21 Prozent auf die Mieten.