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Scheufelen streicht erneut Stellen

Die Lenninger Papierfabrik Scheufelen streicht weitere Stellen: Ende März wird das Unternehmen die kleinste der insgesamt drei Papiermaschinen stilllegen. 40 Mitarbeiter verlieren dadurch ihren Job.

FRANK HOFFMANN

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LENNINGEN "Die enorme Steigerung der Energiekosten zwingt uns zum Handeln", sieht Hariolf Koeder, Geschäftsführer für die Bereiche Vertrieb und Marketing bei Scheufelen, keine Alternativen zu dem neuerlichen Stellenabbau. Um 25 Prozent seien die Energiekosten im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, beschreibt Koeder das Dilemma. "Hinzu kommt der anhaltende Kostendruck in der Papierherstellung." Trotz der derzeit durchaus zufriedenstellenden Auftragslage müsse das Unternehmen deshalb leider weitere Einsparmaßnahmen auf den Weg bringen. Die Belegschaft wurde gestern im Rahmen einer Betriebsversammlung informiert.

In einem ersten Schritt wird bereits zum 30. März die kleinste der insgesamt drei Papiermaschinen stillgelegt. "Neben den Energiekosten je Tonne Papier, die bei dieser Maschine um 50 Prozent höher sind als bei den zwei großen Papiermaschinen, ist auch der größere Ausschussanteil ein Kriterium", sagt Koeder. 40 Mitarbeiter verlieren dadurch vermutlich bis zur Jahresmitte ihren Job.

Des Weiteren will die Geschäftsleitung bis Ende 2007 zwei ältere Querschneider aus der Produktion nehmen. Dadurch fallen nochmals zehn Arbeitsplätze weg. Auch bei der Tochtergesellschaft "Scheufelen North America" wird Personal abgebaut. In den USA hatte das Unternehmen in den vergangenen Jahren die Beschäftigtenzahl bereits von 35 auf zehn reduziert. Künftig will das Familienunternehmen in den USA nur noch sieben Mitarbeiter beschäftigen und den nordamerikanischen Markt in erster Linie direkt aus Lenningen beliefern.

Um die Fixkosten in den Bereichen Ersatzteillager, Materialwirtschaft und Instandhaltung zu reduzieren, werden im Rahmen einer Studie Auslagerungsmöglichkeiten untersucht. Spätestens im Juni soll für diese Bereiche eine Entscheidung getroffen werden.

Die Firma Scheufelen feierte im vergangenen Jahr ihr 150-jähriges Firmenjubiläum und ist eine der wenigen unabhängigen Papierfabriken in Familienbesitz. Das Unternehmen musste in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Personal abbauen. 2003 wurde die Personalstärke zunächst von knapp 1 000 auf 840 Mitarbeiter reduziert. Im darauf folgenden Jahr verkündete die Papierfabrik die Streichung von weiteren 110 Stellen. Mit der jetzt bekannt gegebenen Sanierungsmaßnahme verringert sich die Zahl der Mitarbeiter auf rund 680.