Lokales

Schlagkraft 2009 weiter erhöht

Finanzkrise wirkt sich auch auf Lenninger Feuerwehr aus – Prioritätenliste gefragt

Das hohe Ausbildungsniveau der Lenninger Feuerwehr ist 2009 durch eine Großübung weiter ausgebaut worden. Dies ist im Rückblick auf das Einsatzjahr 2009 in der Jahreshauptversammlung deutlich geworden. Die Auswirkungen der Finanzkrise werden in den kommenden Jahren auch die Gemeinde Lenningen und damit die Feuerwehr erreichen. Dennoch hat Bürgermeister Michael Schlecht zugesagt, die hohe Schlagkraft der Floriansjünger trotz knapper Kasse auch in den nächsten Jahren sicherzustellen.

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daniela haussmann

Lenningen. 35 Mal wurde die Freiwillige Feuerwehr Lenningen 2009 zu Notfällen gerufen. „Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine Steigerung um acht Einsätze“, bilanzierte Kommandant Günther Hummel. Das Einsatzspektrum reichte demzufolge von der Bekämpfung diverser Kleinbrände über Verkehrsunfälle mit technischer Hilfeleistung bis hin zum Bergen einer Wasserleiche. Laut Michael Eberle, dem stellvertretenden Kommandanten der Lenninger Wehr, war die Feuerwehr mehrfach damit befasst, Bäume auf der Hochwang Steige von der Fahrbahn zu räumen, „weil der Wald an dieser Stelle ausgelichtet wurde“.

Über 60 Prozent der Einsätze entfielen auf die Tageszeiten zwischen sechs und 18 Uhr. Daher bedankte er sich bei den Arbeitgebern für die Freistellungen der Feuerwehrleute im Einsatzfall. Außerdem lobte Hummel ausdrücklich den guten Ausbildungsstand der Lenninger Floriansjünger. Insbesondere die 2009 mit DRK, THW und der Bergwacht veranstaltete Hauptübung habe dazu beigetragen, die Schlagkraft der Feuerwehr weiter zu erhöhen. „Mit dieser Einsatzübung, bei der das Übungsobjekt nicht einen Einsatzschwerpunkt bildete, sondern rund 40 Einsatzstellen abgearbeitet werden mussten, betraten wir Neuland“, sagte Hummel. „Diese Übung hat dazu beigetragen, dass wir für die Bewältigung von Großschadensereignissen gewappnet sind.“ Zielsetzung des Großszenarios sei es gewesen, das Know-how aus zahlreichen Übungen und Weiterbildungen zu vertiefen, Arbeitsabläufe, Führungs- und Informationsstrukturen zu optimieren sowie die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, Institutionen und Behörden für den Ernstfall weiter zu optimieren.

Um eine fachlich fundierte Ausbildung zu gewährleisten, bildeten sich die Lenninger Feuerwehrleute auch 2009 in zahlreichen Lehrgängen mit Blick auf den abwehrenden Brandschutz, die Aufgaben der technischen Hilfeleistung und im Bereich vielfältiger Spezialaufgaben fort. Dazu zählten neben der Grundausbildung unter anderem die Maschinistenausbildung, der Truppführer-Lehrgang an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal sowie das Brandschutzcontainer-Training in Kirchheim.

Weiter ging der Kommandant in seinem Bericht auf die Einführung des Digitalfunks ein, die für Mitte des Jahres 2011 vorgesehen ist. „Damit hat sich die Einführung um ein Jahr verschoben“, so Hummel. „Grund für die Verzögerung ist, dass über 20 Prozent mehr Basisstationen erforderlich sind und zudem viele Einsprüche wegen der Aufstellung der Sendemasten abgearbeitet werden müssen.“

In den Abteilungen Lenningen, Gutenberg und Schopfloch bewährte sich bei der Ausbildung des Nachwuchses die 24-Stunden-Übung. Dies habe dazu beigetragen, die Jugendlichen auf die aktive Wehr vorzubereiten, sagte Clemens Löw, Leiter der Jugendfeuerwehr. Löw bedankte sich insbesondere bei der Gemeindeverwaltung für den finanziellen Zuschuss in Höhe von 35 Euro für jeden Jugendlichen pro Jahr. „Dies ist eine wertvolle Unterstützung für unsere Nachwuchsarbeit“. Hans Pauer, Leiter der Altersabteilung, berichtete bei der Jahreshauptversammlung über die Aktivitäten der Senioren.

Bürgermeister Michael Schlecht bedankte sich in seiner Rede für den Einsatz und das Engagement der Feuerwehr. Er betonte, dass die vom Gemeinderat bewilligte Gesamtinvestition von 350 000 Euro für die Anschaffung des Einsatzfahrzeugs LF 20/16 und die Anschaffung einer Wärmebildkamera, die Schlagkraft der Feuerwehr erhöhe und den Schutz der Bevölkerung verbessere. Laut Günther Hummel endet die aktuelle Ausschreibung für die Beschaffung dieser Einsatzmittel Anfang April diesen Jahres.

Schlecht, der um den Wert der Feuerwehrarbeit für die Gemeinde wusste, verdeutlichte aber auch die Anstrengungen der Verwaltung und des Gemeinderats, um entsprechende Gelder bereitstellen zu können. Der Verwaltungschef erklärte, dass die Finanzkrise noch nicht vollständig in den Kommunen angekommen sei. „Sie wird in den Jahren 2011 bis 2013 noch deutlichere Spuren hinterlassen“.

Lenningens Bürgermeister rechnet damit, dass Lenningen bis zum Jahr 2013 einen Fehlbetrag von annähernd fünf Millionen Euro im Haushalt ausweisen wird. Deshalb sei es auch besonders schwierig, die bis 2013 für die Feuerwehr vorgesehenen Investitionen von rund 1,1 Millionen Euro umzusetzen. Schlecht bat die Feuerwehr daher, eine Prioritätenliste aufzustellen, anhand derer die notwendigen Anschaffungen in gestreckter Form geschultert werden können. Der Bürgermeister zeigte sich überzeugt, dass die Feuerwehr trotz angespannter Finanzlage auch künftig gut ausgestattet sein wird und der sehr gute Ausbildungsstand zum Schutz der Bevölkerung und zum eigenen Schutz gehalten werden kann.

Bei den anschließenden Wahlen zum stellvertretenden Kommandanten wurde Michael Eberle erneut in seinem Amt bestätigt. Darüber hinaus wurde Günter Riewe, von der Abteilung Schlattstall, für 25 Jahre Mitgliedschaft das Ehrenzeichen in Silber verliehen. Auch seiner Ehefrau Regina Riewe dankten die Kameraden mit einem Blumenstrauß. Willi Maier, von der Abteilung Schopfloch, erhielt für 50 Jahre treue Verbundenheit mit der Feuerwehr das Ehrenabzeichen in Gold. Hans Gienger, der an der Jahreshauptversammlung nicht teilnehmen konnte, wurde in Abwesenheit das Ehrenzeichen in Gold für 40 Jahre Mitgliedschaft und Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr verliehen.