Lokales

Schlierbacher Ortsmitte bekommt ein neues Gesicht

Die Schlierbacher Bürger müssen sich im kommenden Jahr auf eine Großbaustelle im Ortskern einstellen. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat beschlossen, dass im neuen Jahr nicht nur die Hauptstraße, sondern im gleichen Zug auch die Ortsmitte vor dem Rathaus saniert werden soll.

VOLKMAR SCHREIER

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SCHLIERBACH Ob es nun an dem vorweihnachtlichen Bedürfnis nach Harmonie lag, oder ob die Schlierbacher Gemeinderäte einfach genug von den beinahe endlosen Diskussionen hatten, war für das Ergebnis letztlich unerheblich: Nachdem das Thema in den vergangen Ratssitzungen für erheblichen Wirbel gesorgt hatte, verständigte sich das Ratsgremium in seiner jüngsten Sitzung grundsätzlich darauf, im neuen Jahr nicht nur die Hauptstraße, sondern im gleichen Zug auch die Ortsmitte vor dem Rathaus zu sanieren.

"Wir haben versucht, das Projekt nochmals etwas zu sezieren", beschrieb Bürgermeister Paul Schmid die Vorberatungen, die im Technischen Ausschuss stattgefunden hatten. Herausgekommen sind verschiedene Planmodule, die die einzelnen Sanierungsschritte und Gestaltungsvarianten für den Kreuzungsbereich vor dem Rathaus abbilden. Schmid wünscht sich, wie einige andere Gemeinderäte auch, eine optische Aufwertung des Ortskerns.

Stadtplaner Manfred Mezger vom Planungsbüro "mquadrat" stellte die verschiedenen Planmodule nochmals vor. Wichtig für den Planer: "Es muss heute zunächst einmal um den Grundsatzbeschluss gehen." Sonst könnten die notwendigen Arbeiten nicht gemeinsam mit der Sanierung der Hauptstraße ausgeschrieben werden. Kernelement des Grundsatzbeschlusses, so Mezger, sei der erste Abschnitt, der den Kreuzungsumbau mit Fahrbahnverengung und dem Wegfall der Verkehrsinsel zwischen Rathaus und Kirche, die Sanierung der Gehwege sowie die Entscheidung über den neuen Fahrbahnbelag umfasst.

Von der einmal angedachten durchgehenden Pflasterung von Fahrbahn und Gehwegen haben sich die Beteiligten mittlerweile verabschiedet. Nun soll, so der Vorschlag, die Fahrbahn asphaltiert werden, die Gehwege können entweder mit Granit oder mit Betonsteinen gepflastert werden. Um die Fahrbahn optisch an die Gehwege anzupassen, soll der Belag mit einer Granitsplitteinstreuung versehen werden. Die Gemeinderäte stimmten diesem Vorschlag bei einer Gegenstimme zu.

Kurt Moll (CDU) lehnte die Umbaumaßnahme nach wie vor ab, denn ohne eine weitere Reduzierung des Verkehrsaufkommens sehe er in einer bloßen optischen Aufwertung keinen Sinn. Im Gegensatz dazu begrüßte sein Fraktionskollege Horst Gasper die Planung und verband sein zustimmendes Votum mit dem Hinweis, dass "Schlierbach das ansprechende Gesicht in der Dorfmitte fehlt". Ähnlich denkt auch Willi Reich von den Freien Wählern: "Einen typischen Dorfplatz werden wir nicht erreichen", sagte er.

Zurückgestellt wurde nochmals die Entscheidung darüber, wie denn die Zugänge zur neuen Dorfmitte gestaltet werden sollen. Planer Mezger denkt dabei an sogenannte Baumtore mit jeweils zwei Baumpaaren, die an den Platzeingängen die Zufahrtsstraßen einrahmen sollen. Knackpunkt in den weiteren Beratungen wird sicherlich die Anzahl der Bäume sein.

Komplett abgelehnt wurde die Idee Manfred Mezgers, den bisherigen Treppenaufgang von der Kreuzung zum Rathaus zu erweitern. Dagegen will der Gemeinderat im weiteren Zuge der Platzgestaltung mit der Kirchengemeinde Kontakt aufnehmen und prüfen, ob die Kirchenmauer teilweise begrünt werden kann.

Mit dem nun erfolgten Grundsatzbeschluss verbunden ist auch das Ziel, die Ortskernsanierung zusammen mit der Sanierung der Hauptstraße durchzuziehen. Die Gemeinde erhofft sich durch die gemeinsame Ausschreibung nicht nur eine Kostenersparnis. Sie hat auch die Belange der Anwohner im Blick: Sie werden durch die Großbaustelle nur im kommenden Jahr belastet. Die Bautätigkeiten auf mehrere Jahre zu verteilen, möchte Bürgermeister Schmid den Anwohnern und Geschäftsleuten nicht zumuten.