Lokales

Schlossbesichtigung ein Höhepunkt

Unter den Kelten war Regensburg nur ein Dörfchen, die Römer jedoch errichteten eine ganze Festung. Den nachfolgenden Bajuwaren schließlich gefiel es am Zusammenfluss von Regen und Donau so gut, dass sie hier gleich ihre Herzogsresidenz anlegten.

KIRCHHEIM Nach der Anreise galt die Besichtigung am ersten Tag dem Quartier um den Dom. Die beeindruckenden Reste des römischen Nordtores erinnern daran, dass Castra Regine, 179 nach Christus den Römern als Grenzfestung am Limes diente. Herzogshof, alte Kapelle und Niedermünster bilden in nächster Nähe dazu jene Teile der Stadt, die nach der germanischen Zuwanderung entstanden. Bayrische Herzöge, fränkische Könige und Kaiser lösten sich als Herrscher über die Stadt ab. Hinzu kam der Bischof, der ab 1237 in jahrzehntelanger Bauzeit einen hochragenden Dom in französischer Kathedralgotik erbauen ließ. Kompetente Führungen brachten den Heimatbündlern Details dieses Baus, wie auch des ansonsten unzulänglichen Kreuzgangs mit Allerheiligenkapelle nahe. Passend dazu wurde das Abendessen im historischen Bischofshof eingenommen.

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Der zweite Tag gehörte zuerst dem Stadviertel der Kaufleute. Im Fernhandel reich und mächtig geworden, zierten sie die Stadt mit großen Wohnblocks und stattlichen Wohntürmen, die bis zu 30 Meter über die Gassen hinausragten. Im Süden schloss sich daran Sankt Emmeram an, offizielle päpstliche Basilika, über deren Portal das Wappen des neuen Papstes prangte. Im Kern aus dem 8. Jahrhundert zeigt es sich heute im feinen Rokokodekor, das die Gebrüder Asam im 18. Jahrhundert schufen. Zum Abschluss des Morgens besuchte die Gruppe das Rathaus, wo fast 350 Jahre lang der Reichstag als feste Institution tagte. Nach der Kunst am Vormittag folgte am Nachmittag ein Abstecher ins Umland: Mit der MS Regensburg fuhr die Gruppe bei strahlender Sonne donauabwärts zur Walhalla. König Ludwig I. von Bayern hatte diesen Ruhmestempel für die großen Deutschen von Leo von Kienze nach direktem Vorbild und in den Maßen des Parthenons in Athen hoch über der Donau erbauen lassen. Den Ausklang dieses Tages bildete das Abendessen unter den hohen Stuckdecken des historischen Restaurants im Haus Heuport.

Ein Höhepunkt dieser Fahrt war die Besichtigung der Schauräume im Schloss Thurn und Taxis. War auch die Fürstin leider verhindert, so wusste der Schlossführer genug Anekdoten zu Schloss und Familie. Was aber jener Fürst, der seine ehelichen Wünsche bei seiner Gemahlin jeweils mit einer Rose anmeldete, im Winter tat, konnte auch er nicht sagen. Für viele Teilnehmer ein Entdeckung war das Portal der romanischen Sankt-Jakobs-Kirche. Dämonen, Löwen, Meerwesen, Mönche, Heilige und Engel mahnen und drohen den eintretenden Gläubigen. Das Gericht war dem mittelalterlichen Menschen gewiss und die Kirche zeigte deutlich, wo ihrer Meinung nach das Heil zu finden war. Sind uns auch manche Details fremd geworden, die Kraft der Ornamente und Reliefs ist auch nach 800 Jahren ungebrochen.

Eine Mittagspause am Sonntag führt in Bayern ins Wirtshaus dafür ist in Regensburg der "Kneitinger" die richtige Adresse, von der Landesregierung gar für seine traditionelle Küche ausgezeichnet. Derart zünftig gestärkt konnte mit der Evangelischen Dreifaltigkeitskirche und den mittelalterlichen Ausgrabungen unter dem Neupfarrplatz nochmals eindrucksvolle Zeugnisse der überreichen Geschichte dieser Stadt besichtigt werden. Wo es Kelten, Römern, Franken und Bayern gefallen hat (und gefällt), hatten sich bei dieser vielfältigen Fahrt auch die Besucher vom Schwäbischen Heimatbund überaus wohl gefühlt.

hs