Lokales

Schlossführung und Stadtbummel

KIRCHHEIM Die erste Station war der Hofgarten mit Orangerie. Für Interessierte ganz besonders sehenswert war dabei der Kräutergarten mit der Anlage verschiedenster Heil- und Kräuterpflanzen nach dem "New Kreuterbuch" von Leonhart Fuchs, der viele Jahre in Ansbach lebte und als Leibarzt des Markgrafen tätig war, bevor er endgültig nach Tübingen ging. Auf kleinen Tafeln waren in Originaltexten aus dem Buch Wirkung und Anwendung der jeweiligen Pflanzen nachzulesen.

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Eine Schlossführung stand im Anschluss auf dem Programm. Ein Teil des Schlosses ist Sitz des Regierungs-Bezirkes Mittelfranken. In dem für Besucher zugänglichen Teil gehen die Zimmer des letzten Markgrafen und der Markgräfin ineinander über und lassen ihre Pracht voll auf den Betrachter wirken. Originalseidentapeten an den Wänden, das Spiegelkabinett mit einer Sammlung Meißener Porzellan, sind zu bewundern und nicht zuletzt auch 2 800 handbemalte Fliesen, die im Kachelsaal die Wände zieren.

Nach der Mittagspause gab es am Nachmittag dann noch eine "kleine Stadtführung". Erstes größeres Ziel war dabei die Synagoge. Der Standort Innenstadt mit seinen eng beieinander stehenden Häusern, die der damaligen Zeit entsprechend mit viel Holz gebaut wurden, bewahrte sie vor der Zerstörung in der Reichskristallnacht. Eine jüdische Gemeinde gibt es in Ansbach nicht mehr und so ist die vollständig erhaltene barocke Synagoge heute ein Museum.

Abschließend wurde den beiden Bronze-Plastiken von Kaspar Hauser noch Reverenz erwiesen, der am 17. Dezember 1833 nach einem Messerstich in Ansbach verstarb. Seine Herkunft wird auch nach fast 175 Jahren und trotz modernen Untersuchungsmöglichkeiten wohl immer ein Geheimnis bleiben. Im Remstal klang dann die gelungene Ausfahrt des Kirchheimer Liederkranzes in einem Weinlokal in fröhlicher Runde aus.