Lokales

Schnee bleibt in der Ebene

OWEN Räumen und Streuen beschäftigt derzeit nicht nur zahlreiche Häuslesbesitzer, Mieter und kommunale Bauhofarbeiter, sondern auch den Owener Gemeinderat.

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ANDREAS VOLZ

"Verbesserungen beim Winterdienst" hieß einer der Tagesordnungspunkte in der jüngsten Sitzung. Dabei scheint es mindestens so viele Verbesserungsvorschläge wie Einwohner in Owen zu geben. Wenigstens berichtete Bürgermeister Siegfried Roser von vielen erbosten Anrufern, die sich in den vergangenen Tagen und Wochen über den Winterdienst im Teckstädtchen beschwert hatten.

"Wir können nicht alles regeln", lautet das Fazit des Owener Bürgermeisters, der mitunter aufgefordert wird zu veranlassen, dass in manchen Straßen der Schnee von Haus zu Haus wechselweise auf die linke oder auf die rechte Straßenseite geschoben wird. Oft würden es dann aber gerade die am Straßenrand geparkten Autos der Anwohner beinahe unmöglich machen, überhaupt mit einem Räumfahrzeug durchzukommen. An Schneeverdrängung mit System ist in solchen Fällen erst recht nicht mehr zu denken.

Besonderer Stein des Anstoßes ist ein früherer Beschluss des Owener Gemeinderats, der Umwelt und der städtischen Finanzen wegen beim Winterdienst einzusparen. Seitdem werden ebene Straßen nicht mehr geräumt. Nur noch an abschüssigen Stellen und in Kurven senken die Baufhofmitarbeiter die Räumvorrichtungen der beiden Einsatzfahrzeuge und streuen anschließend Salz, teilweise auch mit Splitt gemischt.

Im Gemeinderat herrschte zumindest darüber Einigkeit, dass Räumen ohne Streuen nicht sinnvoll ist. Strittiger war dagegen die Grundsatzfrage, ob wieder flächendeckend alle Straßen der Stadt vom Schnee und vom Eise befreit werden sollen oder ob die Sparregelung beizubehalten sei. Bürgermeister Roser, der sich bei der Abstimmung der Stimme enthielt, gab zuvor zu bedenken, dass es keine Kompromisse geben könne: "Wenn irgendwo in der Ebene geräumt wird, dann will es jeder an jedem Stichweg." Noch einen weiteren Seitenhieb wollte er sich nicht verkneifen: "Wenn jemand mit tiefer gelegten Spoilern nicht mehr durchkommt, können wir natürlich nichts dafür."

Nach langer und ausführlicher Diskussion hat der Gemeinderat mit acht zu sechs Stimmen beschlossen, den Sparkurs beizubehalten. Einzige Änderung gegenüber bisher: Wegen des Radwegs nach Dettingen möchte sich der Owener Bürgermeister mit der Nachbargemeinde in Verbindung setzen, um eine Lösung zu finden, dass der Weg durchgehend geräumt wird und nicht nur auf Dettinger Gemarkung.