Lokales

"Schneetreiben"

Jüngst trafen sich 35 Teilnehmer am Bahnhof in Kirchheim zur Radtour des Lauftreffs.

KIRCHHEIM Die beiden Organisatoren Otto Vogl und Fred Lintz hatten eine Tour durch die Pfalz von Neulauterburg nach Wissembourg, Annweiler, Speyer und am Rhein aufwärts wieder zurück nach Neulauterburg geplant. Das waren in drei Tagen 210 Kilometer bei "rentnergerechten", nur sehr geringen Anstiegen.

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Die Anreise erfolgte wieder mit dem Bus. Bedauert wurden die vielen kurzfristigen Absagen wegen gesundheitlicher Probleme. Auch Mitorganisator Fred Lintz musste bei absolutem Sportverbot die Radtour in der Rehaklinik verbringen.

Am Bahnhof Lauterburg wurde die mit dem Drei-Tage-Gepäck schwer beladenen Räder erstmals bestiegen und recht vorsichtig wurden die ersten Kilometer angegangen. Man musste sich an die ungewohnten Fahreigenschaften der Räder und ihre längeren Bremswege und natürlich an das Fahren in der Gruppe wieder gewöhnen. Dann ging es über die Grenze und auf gut ausgebauten Radwegen Richtung Wissembourg. Es gab wegen des deutschen Feiertags unterwegs viel Verkehr durch Wanderer, Familien- und Vereinsausflüge. Die Hände waren immer griffbereit an den Bremsen, denn gefährliche Staus sind bei einer solch großen Gruppe vorprogrammiert. Trotzdem wurde bei gemächlichen Tempo und noch angenehmen Temperaturen die herrliche Landschaft genossen.

Bundenthal, die Deutsche Schuhstraße da gibt es tatsächlich heute noch Schuhfabriken passierte die Gruppe bis Hinterweidenthal, wo unter dem Teufelstisch Kaffeepause gemacht wurde. Nach einer Sage sollen hier, um den Teufel milde zu stimmen, die schönsten Jungfrauen geopfert worden sein, die er dann verspeiste. Langsam wurde auch die unbarmherzige Sonne und sengende Hitze zu viel und man sehnte sich nach dem Quartier in Annweiler. Das waren immerhin noch 20 Kilometer. Drei Kilometer saftiger Anstieg am Schluss kosteten die letzten Reserven aus Beinen und Getränkeflaschen. Nach 78 Kilometern winkten dann die Dusche, reichlich zu trinken und natürlich das Abendessen.

Nach hervorragendem Frühstück wurde gegen 9 Uhr gestartet. Die Radler verließen das Tal der Queich im Bundsandsteingebiet Hardt und fuhren weiter bei herrlichem Wetter in die Rheinaue über Landau und Bornheim mit seinem lustigen Schweine-Brunnen und Neustadt zum Elwetritsche-Brunnen. Unterwegs begann das "Schneetreiben", das die Gruppe nun zwei Tage lang begleiten sollte, das sind Pappelsamen, die in Augen, Mund und Nase gerieten und am Wegesrand ein regelrechtes Wattepolster bildeten.

In Römerberg in der Nähe von Speyer, wo das nächste Hotel lag, wird wohl mit Hilfe von Schnaken die Einhaltung der Sperrstunde durchgesetzt, sodass die Radler den Biergarten gegen 22.30 Uhr fluchtartig aber durchaus einsichtig verließen.

Die dritte Etappe begann wieder um 9 Uhr bei schon recht hohen Temperaturen. Es ging allerdings meist durch herrlich kühle Auwälder dem Rhein entlang. Unglaublich welchen "Lärm" große Mengen Vögel und Frösche doch machen können. Nach einer Mittagspause mit Fährfahrt bei Leimersheim ging es weiter an Karlsruhe und Wörth vorbei nach Neu-Lauterburg, wo dann freundliche Anwohner den verbrauchten Wasservorrat ergänzten. Noch ein letzter großer Anstieg und der Bus konnte 35 müde und verschwitzte Radfahrer nach Hause bringen. Vorher freute sich aber noch der Eisverkäufer beim Parkplatz über etliche unerwartet verkaufte Rieseneisbecher.

Erfreulich: Es gab keinen einzigen Sturz, insgesamt wurden etwa 7000 Kilomter ohne richtige Panne oder Plattfuß gefahren dazu wurden noch 30 Helmträger gezählt.

rk