Lokales

Schneller und kompetenter Einsatz bei Brand in Holzbaufirma

Eine stattliche Zuschauerzahl war zugegen, als die Bissinger Floriansjünger am vergangenen Samstag ihre Hauptübung abhielten. Die Übungsvorgabe sah einen Brand in der Werkshalle der Firma Holzbau Merkle vor. Bürgermeister, Gemeinderäte und Einwohnerschaft konnten sich ein Bild über den Leistungsstand ihrer Wehr machen.

RAINER STEPHAN

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BISSINGEN Als Übungsannahme wurde der Brand in einer holzverarbeitenden Firma simuliert, bei der es durch einen technischen Defekt in der Abbundhalle zu einem Entstehungsbrand gekommen war. Durch die starke Rauchentwicklung erlitt ein Mitarbeiter beim Löschversuch eine Rauchvergiftung. Ein weiterer Beschäftigter wurde vermisst.

Die per Handy unterrichtete Feuerwehrleitstelle Esslingen alarmierte unverzüglich alle Bissinger Funkmeldeempfänger und bereits vier Minuten später traf die Einsatzleitung mit ihrem Führungsfahrzeug am Brandort ein. Auch das mitalarmierte Deutsche Rote Kreuz kam mit dem Rettungswagen an und baute an passender Stelle einen Verbandsplatz als Sammelplatz für die Verletzten auf.

Der Einsatzleiter wies die eintreffenden Feuerwehrmänner auf die Lage hin und teilte die Aufgaben zu. Die beiden ersten Trupps mit Atemschutz mussten in die Werkhalle eindringen, um Menschen zu retten. Der zwei Personen umfassende Trupp war ausgestattet mit Atemschutzmaske, Sauerstoffflasche und Funk beim Truppführer.

Die Atemschutzüberwachung kontrollierte hierbei die Vorgehensweise der beiden Trupps und hielt einen weiteren Sicherheitstrupp in Reserve bereit. Die Suche nach den Verletzten dauerte etwas länger wie gedacht dies zeigte jedoch auch, dass in dieser Phase die Menschenrettung erste Priorität besaß.

Im Hintergrund wurde währenddessen die Wasserversorgung zum Löschangriff aufgebaut. Der Vorrat des Tanklöschfahrzeugs mit einem Wassertank von 1 800 Liter stand sofort zur Verfügung und reichte für die ersten 10 bis 15 Minuten aus. Vom Schlauchwagen wurde eine Schlauchleitung zum Löschfahrzeug verlegt. Die Mannschaft der Abteilung Ochsenwang, die den Einsatz unterstützte, baute derweil auf dem Betriebsgelände einer benachbarten Firma ebenfalls eine Wasserversorgung auf und nutzte das dortige Wasserbecken mit 800 Kubikmeter Inhalt.

Für die Zuschauer der Übung war zu erkennen, dass nicht auf das Gebäude von außen gespritzt wurde, sondern ein "Innenangriff" mit Wasser erfolgte. Dieses kam reichlich andernorts und gut sichtbar zum Einsatz, da die Jugendfeuerwehr von der Wendeplatte her eine "Riegelstellung" zu einer weiteren Halle aufbaute.

Die Rettung der beiden Verletzten verlief schlussendlich erfolgreich und die Brandherde wurden gelöscht. Zuvor musste aber der Sicherheitstrupp mit den Atemschutzgeräten noch ins Gebäude geschickt werden, da es den Vorgängern übel wurde. Die Versorgung der Verletzten war bei den Helfern vom Roten Kreuz in guten Händen.

Der gut aufgebaute Übungsablauf demonstrierte auf eindrucksvolle Weise das perfekte Zusammenspiel aller Sparten der Freiwilligen Feuerwehr mit der Einsatzleitung und dem Rettungsdienst. Der Übungsablauf wurde kompetent kommentiert vom stellvertretenden Kommandanten Bernhard Greiner.

Bei der Abschlussbesprechung im Magazin lobte Kommandant Karl Weil den Verlauf der klassischen Übung und dankte Rainer Merkle für die Überlassung des Übungsgeländes. Stellvertretender Kreisbrandmeister Werner Kuttler hierzu: "Bei so viel Holz ist genug Übungspotenzial vorhanden". Lobend erwähnte er die gute Integration der Jugendfeuerwehr unter Armin Holder in den Übungsablauf. Auch Bürgermeister Wolfgang Kümmerle war zufrieden. Man könne den Bürgern und dem Gemeinderat sagen, dass alles gut geklappt habe.