Lokales

Schnelles Internet in greifbarer Nähe

Telekom erhält Zuschlag für Breitbandversorgung in Hepsisau – Start für 2015 geplant

Für Hepsisau scheint der Wunsch nach einem Anschluss an die Datenautobahn wahr zu werden: Der Weilheimer Gemeinderat hat der Telekom den Zuschlag erteilt, eine Breitbandversorgung in dem Weilheimer Teilort aufzubauen. Wenn alles nach Plan läuft, ist das schnelle Internet schon nächstes Jahr da.

Wichtiger Standortfaktor für Hepsisau: der Anschluss an die DatenautobahnFotomontage: Jean-Luc Jacques
Wichtiger Standortfaktor für Hepsisau: der Anschluss an die DatenautobahnFotomontage: Jean-Luc Jacques

Weilheim. Vom Weilheimer Gemeinderat gab es ein einstimmiges Ja dafür, den Aufbau einer Breitbandversorgung in Hepsisau an die Telekom zu vergeben. „Wir stellen sofort einen Förderantrag beim Regierungspräsidium“, informierte Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle die Stadträte in jüngster Sitzung über das weitere Vorgehen. Die Kommune hofft, vom Land einen Zuschuss von 50 Prozent zu bekommen. Ist der Antrag gebilligt, soll der Vertrag unterzeichnet werden. „Dann hat die Telekom 12 Monate Zeit, an den Start zu gehen“, nannte Züfle den zeitlichen Rahmen. „Das heißt, wir sind im Laufe des Jahres 2015 so weit, dass Hepsisau in allen Bereichen an die große Datenautobahn angeschlossen ist.“

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Vor allem im oberen Ortsteil von Hepsisau sind bislang nur sehr geringe Bandbreiten verfügbar. „Die jetzige Geschwindigkeit des Internets ist vergleichbar mit der Buschtrommel“, verdeutlichte der Hepsisauer Ortsvorsteher Hartmut Hummel. Dass das schnelle Internet nun aller Voraussicht nach Einzug in Hepsisau hält, ist aus seiner Sicht ein großer und wichtiger Schritt für die Ortschaft. „Es erhält Hepsisau am Leben“, zeigte er sich überzeugt. Denn die Frage nach dem Internetanschluss stehe für Familien ganz weit oben auf der Prioritätenliste. „Das Thema Datenübertragung kommt direkt nach der schönen Landschaft“, so Hummel. Aus seiner Sicht kein Wunder: „Jeder, der Home-Office betreibt, braucht schnelles Internet.“

Glücklich ist Hartmut Hummel aber nicht nur über die Tatsache, dass die Breitbandversorgung überhaupt kommt. Auch die Art der Versorgung ist für ihn entscheidend. „Wir sind froh, dass wir an einer Funklösung mit Antennenwald vorbeigekommen sind“, sagte er. Ein Anschluss per Funk war für den Ort nicht möglich gewesen, da es Bedarf an Übertragungsgeschwindigkeiten von mehr als 25 Mbit pro Sekunde gibt, wie eine Umfrage unter Gewerbetreibenden, Freiberuflern und Landwirten ergeben hatte.

Erfreulich ist aus Sicht von Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle zudem die finanzielle Seite. Schon die Verlegung des Leerrohrs nach Hepsisau war für die Stadt gut verlaufen. Als Hepsisau 2012 ans EnBW-Netz angeschlossen wurde, ergab sich die Gelegenheit, im Zuge der Bauarbeiten des Stromkonzerns Leerrohre einzulegen. „Wir konnten sie kostengünstiger verlegen, weil ohnehin gegraben wurde“, sagte Johannes Züfle. Statt 86 000 Euro fielen nur Kosten von 52 000 Euro an. Zudem erhält die Stadt Fördermittel vom Land in Höhe von 20 000 Euro. Damit bleiben 32 000 Euro an der Kommune hängen.

Für den Aufbau der Breitbandversorgung muss die Stadt Weilheim 92 000 Euro an die Telekom zahlen. Kommt der erhoffte 50-Prozent-Zuschuss, so bleiben unterm Strich 46 000 Euro, und der Vertrag kann unterschrieben werden. Das wäre dann das Ende einer „Odyssee“, wie es Bürgermeister Johannes Züfle beschrieb. Schon seit vielen Jahren laufen die Bemühungen, das schnelle Internet nach Hepsisau zu bringen. Es gab unzählige Kontakte der Verwaltung zu etlichen Anbietern: Bis dato waren jedoch alle ohne Erfolg verlaufen.