Lokales

Schnittstelle zwischen Technik und Werkstatt

4 500 Mitarbeiter aus Kfz-Werkstätten in Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet Bosch pro Jahr im neuen "Service Training Center" (STC) in Plochingen. Bosch-Trainer vermitteln dort die aktuelle Auto- und Werkstatttechnik.

HANS JOACHIM HIRRLINGER

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PLOCHINGEN Bürgermeister Eugen Beck wertet bei der Einweihung des 6,5-Millionen-Baus das neue Trainingszentrum als Bestätigung und Stärkung des Standortes Plochingen und erwartet davon auch eine Belebung der örtlichen Hotelerie und Gastronomie. Lange Jahre hatte der Neubau auf dem brachliegenden Gelände des alten Gaswerkes auf der Kippe gestanden. Doch Ende 2003 war es so weit: Der Bosch-Vorstand gab grünes Licht für das Projekt. Welche Bedeutung diese Entscheidung für Plochingen hat, signalisiert auch der Namenswechsel der Fabrikstraße auf Höhe der Firma Bosch: Dort heißt sie nun Robert-Bosch-Straße.

In die Schulungsinhalte des STC fließt nach Angaben von Bosch durch die enge Verzahnung mit Forschungs- und Entwicklungsabteilungen ständig neueste Kfz-Technik ein. In zwei- bis viertägigen Kursen für effektivere Diagnose, Reparatur und Instandsetzung wird hier laut Bosch-Geschäftsführer Wolfgang Chur den Kfz-Mechanikern der "elektronische Schraubenschlüssel" in die Hand gegeben. Das STC bezeichnete er als eine Investition in die Wissensfabrik Deutschland. Bosch schult dort nicht nur 4 500 Mitarbeiter von Kfz-Betrieben pro Jahr in der neuesten Auto- und Werkstatttechnik, sondern entwickelt auch die Inhalte und Schulungsmaterialien für weitere 35 Staaten. Dazu gehört auch das so genannte E-Learning, bei dem theoretisches Fachwissen zu Hause am PC vermittelt wird, um anschließend in den Trainingszentren in der Praxis vertieft zu werden. Neben technischem Training bietet Bosch in Plochingen auch betriebswirtschaftliche Lehrgänge zum Thema kundenorientierte Werkstatt an.

Der theoretische Teil der zwei- bis viertägigen Trainings findet in drei Technikräumen statt, die speziell für die Themen "Einspritzpumpen-Diesel" oder "Benzin-Einspritzung" sowie "Elektronik und Bremsanlagen" ausgerüstet sind. Dort stehen Komponenten der jeweiligen Technik, Prüfstände, Werkzeuge und Schnittmodelle zur Verfügung. Theorie ist das eine, ihre praktische Anwendung das andere: Kleingruppen von vier Teilnehmern lösen im Trainingszentrum an Fahrzeugen anschließend selbstständig konkrete Aufgaben. An den dreigeschossigen Theorietrakt schließt sich dafür ein eingeschossiger Praxistrakt an. In den Werkstätten lernen die Teilnehmer, wie sie die Theorie mit aktueller Prüftechnik möglichst effizient umsetzen können. Dafür gibt es eine Lkw- und drei Pkw-Hallen mit jeweils mehreren Trainingsplätzen zu Themen wie Gemischaufbereitung, Bremssysteme und Fahrwerk, Karosserie-Elektronik oder Motormechanik. Spezielle Werkstatt-Software von Bosch wird in einem Multifunktionsraum an den Computern trainiert.

Bürgermeister Beck bezeichnete die Anlage als wirtschaftliches Highlight in der Stadt und der Region.