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Schönheit, Prachtund Gastfreundschaft ...

Schönheit, Prachtund Gastfreundschaft

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"Was, Ihr fahrt im Urlaub in den Iran?" lautete die erschrockene und mitleidige Reaktion unserer Freunde. Trotzdem erlebten wir in der Gruppe eine ganz besonders spannende Studien- und Wanderreise ausgehend von Shiraz im Süden bis zurück nach Teheran. Abgesehen von der beeindruckenden, jahrtausende alten Kultur Persiens waren wir an Kontakten mit der Bevölkerung interessiert.

Erfreulicherweise waren es die Iraner auch und so entwickelten sich viele interssante Gespräche. Es waren vor allem jungen Frauen, die uns oft in englischer Sprache wissbegierig und sehr aufgeschlossen befragten kein Wunder, liegt der Anteil der weiblichen Studenten doch bei 65 Prozent. Wir wurden sehr herzlich und gastfreundlich aufgenommen. Nie wurden wir auch nur im Ansatz aggressiv behandelt oder zum Beispiel im Basar bedrängt.

Der Karikaturenstreit? Kein Thema in der Bevölkerung dort. Das reisen mit Flugzeug und Bus ist relativ bequem trotz der langen Strecken durch die wilde, abwechslungsreiche Landschaft. Auch die Hotels sind gut und keiner von uns hatte gesundheitliche Probleme. Das Verhalten der Iraner beim Familienpicknick in den wunderschön angelegten Parkanlagen ist vorbildlich, denn es war kein Müll feststellbar.

Als Fazit haben wir die Einsicht, dass wir gefordert und prädestiniert sind, langfristig und nachhaltig die Beziehungen auszubauen. Die Mentalität der Iraner passt zu uns ganz gut, wir können durch unsere in Europa gelernte und praktizierte, differenzierte, tolerante Haltung sehr viel dazu beitragen und dabei Friedenspolitik praktizieren. Nur so und nicht durch Sanktionen können wir die immer selbstbewusstere Nation, die im nahen Osten eine stabilisierende Rolle einnehmen kann, gewinnen und eine Aufrüstung mit Atomwaffen verhindern. Die Diplomatie ist gefordert. Unterstützen sollten wir Bürger dieses durch eine tolerante Haltung, die nicht durch Angst und Vorurteile geprägt ist. Ein Land zwischen Revolution und der Moderne, mit Kulturstätten die einen im Anblick der Schönheit und Pracht sprachlos werden lässt, empfängt uns gerne.

Gerhard Schwarz

Kirchheim, Milcherberg