Lokales

Schönheit und Bedeutung bedrohter Pflanzenarten im Blick

Dass das Freilichtmuseum Beuren viel mehr als nur alte Häuser bietet, wissen alle, die schon einmal in die stille und doch auch sehr veranstaltungsträchtige Atmosphäre dieses Kleinods eingetaucht sind. Die nun vorgelegte Broschüre "Die Pflanzenwelt im Freilichtmuseum Beuren" ist ein neuer Beleg für die Attraktivität dieser Einrichtung.

WOLF-DIETER TRUPPAT

Anzeige

BEUREN Für regelmäßige Besucher dieser interessanten Einrichtung des Landkreises Esslingen wie für Zufallsgäste dürfte gleichermaßen erfreulich sein, dass das Museum die Aufmerksamkeit der Studierenden der Agrarwirtschaft der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen - Geislingen auf sich gezogen hat. Das Ergebnis der unter der Leitung von Professor Jan Sneyd in Zusammenarbeit mit dem "Museum des Landkreises Esslingen für ländliche Kultur" in Angriff genommenen Projekts konnte nun in Form eines ersten broschierten Pflanzenführers mit dem Titel "Die Pflanzenwelt im Freilichtmuseum Beuren" im Beisein der beteiligten Studierenden der "Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen - Geislingen" nun auch offiziell präsentiert werden. Ab sofort kann die Bröschüre zu einem Unkostenbeitrag von 2 Euro an der Museumskasse erworben werden.

Dass der Gedanke eines Zuchtgartens schon seit 1995 reift, machte Museumsleiterin Steffi Cornelius bei der Präsentation des Pflanzenführers deutlich, dass Professor Jan Sneyd schon bei der Gründung des Freilichtmuseums angeregt hatte, das zur Verfügung stehende Gelände auch dafür zu nutzen, Gärten und Ackerflächen anzulegen, um auch alte Kulturpflanzen anzubauen und zu erhalten und vor allem auch das an sie gebundene Wissen an interessierte Museumsbesucher weiter zu geben.

Gleichzeitig kann durch ein Erhaltungsprogramm alten und vom Aussterben bedrohten Nutzpflanzen ein Überleben in geschützter Umgebung erleichert werden, in der genmanipuliertes Saatgut natürlich keine Chance hat. Vielmehr wird versucht, bei der Auswahl der Pflanzen auch eine Verbindung zu den jeweiligen historischen Gebäuden herzustellen. Rund um das betagte Fotoatelier Hofmann finden sich daher auch entsprechend alte Rosenstöcke, die rund um das Atelier ihre verlockenden Düfte verströmen.

Der nun aufgelegten ersten Broschüre, können nach Meinung der Initiatoren durchaus noch andere folgen. Aus dem von 21 Studierenden gesammelten Material erstellt, enthält die Broschüre über zwei Dutzend Pflanzen, die mit den Nutzpflanzarten Braugerste, Dinkel, Erbse und Flachs beginnend bis hin zu den Wildpflanzenarten Weidelgras, Wiesenrispe, Wurzelzichorie und Zwetschge reicht.

Die Studierenden, die in Eigenverantwortung zwei bis drei Pflanzenarten bearbeiteten, hatten beim Pressetermin Gelegenheit, eine Auswahl ihrer jeweiligen Favoriten persönlich zu präsentieren, wobei neben Rose und Rübe, Kamille und Walnussbaum auch die Kartoffel und der Rotklee exemplarisch vorgestellt wurden.

Ein Besuch der im Freilichtmuseum Beuren wieder liebevoll aufgebauten Gebäude kann mit Hilfe dieser Broschüre also ab sofort auch gleich um einen interessanten Ausflug in die Botanik ergänzt werden. Während die Häuser immer unverändert am jeweiligen Standort anzutreffen sind, hat die in der Broschüre vorgestellte Pflanzenwelt natürlich stets wechselnde "Präsenzzeiten" und auch variierende Standorte. Mit Hilfe eines jeweils aktualisierten Einlegeblattes werden die Besucher aber auf die genauen Standorte der einzelnen Pflanzen hingewiesen.

Begleitende Veranstaltungen ergänzen das Angebot, wobei der am 31. Juli im Programm stehende "Tag rund um den Hanf" erfahrungsgemäß auf großes Interesse stößt.

Die Einblicke in das Reich der hiesigen Wild- und Kulturpflanzenarten gewährende Broschüre ist ab sofort für zwei Euro im Freilichtmuseum in Beuren erhältlich. Ziel dieses Gemeinschaftsprojektes ist es, auch "Nichtlandwirten" die Bedeutung und die Schönheit der verschiedenen Pflanzenarten zu zeigen, die auf einer Fläche von rund elf Hektar in den Museumsäckern angepflanzt werden.