Lokales

Schon der erste Eindruck soll überzeugen

Der Kirchheimer Bahnhofsvorplatz soll schöner werden, das ist schon lange beschlossene Sache. Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht, um gut vorbereitet zu sein, wenn eines Tages tatsächlich die ersten Besucher der Teckstadt aus der S-Bahn steigen.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Für Eile im Blick auf die Bauarbeiten zur Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes sorgen dabei freilich nicht schon unmittelbar vor den Toren der Stadt stehende S-Bahnwaggons, sondern der Bautrupp, der durch den Vergabebeschluss des Technischen Ausschusses vom 14. September vergangenen Jahres mit der Umsetzung der Planung beauftragt wurde und jetzt auch tätig werden soll.

Für eine faustdicke Überraschung hatte bekanntlich die Bahn gesorgt (wir berichteten), deren für die Vermarktung ehemaliger Bahnflächen zuständige Tochterfirma "Aurelis", plötzlich doch nicht wie zuvor mündlich zugesagt die für die zunächst geplante Erschließung erforderlichen Flächen zur Verfügung stellt und auch kein Entgegenkommen im Blick auf eine Absicherung des Zufahrtsrechts zeigt.

In der März-Sitzung hatten die Mitglieder des Technischen Ausschusses dann auch nach kontroverser Debatte zähneknirschend aber doch mehrheitlich die geänderte Planung abgesegnet. Nicht wie zunächst vorgesehen zwischen dem AOK-Gebäude und dem Brückenhaus soll danach künftig die Erschließung der Parkierungsflächen am Bahnhof erfolgen, sondern praktisch vor der Haustüre der AOK durch die dort bestehende öffentliche Parkierungsfläche.

Aus Richtung Ötlingen kommend, soll hier nach rechts zu den schon bestehenden Parkplätzen und zum Bereich entlang des Bahnhofes durchgefahren werden. Für den ausfahrenden Verkehr ist eine Rechtsabbiegespur vorgesehen, die die Fahrzeuge zum Kreuzungsbereich Schöllkopfstraße / Kolbstraße leitet. Für Fahrzeuge, die aus Richtung Dettingen kommend die Schöllkopfstraße befahren, soll vor dem AOK-Gebäude der Fahrbahnteiler unterbrochen werden, um eine Linksabbiegespur in Richtung Parkplatz und Bahnhofsbereich einzurichten. Mit dieser bei drei Gegenstimmen und drei Enthaltungen mit zehn Stimmen vom Technischen Ausschuss schon in der Märzsitzung mehrheitlich abgesegneten Planungsalternative soll eine Erschließung sichergestellt werden, die im Alleingang sofort realisiert werden kann, ohne auf Flächen oder Zufahrtsrechte der Deutschen Bahn angewiesen zu sein.

Nachdem im Eingangsbereich der AOK schon zwei Bäume entfernt wurden, um Platz für die neue Zufahrt zu schaffen, soll auch ein noch bestehendes Pflanzfeld abgebrochen und als Begrenzungsfläche des Parkplatzbereiches neu gestaltet werden.

Viel natürliches Grün soll künftig auch die bislang tristen Fahrbahnflächen im Bereich des Kirchheimer Bahnhofsvorplatzes bestimmen. Sechs in einer Reihe angeordnete Bäume mit entsprechenden Sitzmöglichkeiten sollen den Aufenthaltscharakter des neu gestalteten Bahnhofsvorplatzes betonen und ein höherwertiger Belag mit Betonpflaster das nach einer Bemusterung im Bauhof erst noch von den Mitgliedern des Gemeinderats auszuwählen ist soll Neuankömmlingen beim Verlassen des Bahnhofs gleich einen überzeugenden ersten positiven Eindruck vermitteln und sie in Kirchheim mit einem einladend gestalteten Bahnhofsvorplatz entsprechend willkommen heißen.

Statt die Besucher auf dem Weg Richtung Kirchheimer Innenstadt anschließend gleich wieder durch eine dunkle und keinesfalls ansprechende Unterführung zu lenken, sollen sie die neu ausgebaute Kreuzung Schöllkopfstraße / Henriettenstraße künftig ebenerdig und damit behindertengerecht überqueren können. Die beiden derzeit noch im Kreuzungsbereich vorhandenen Eingänge in die Unterführung unter der Schöllkopfstraße werden im Verlauf der fortschreitenden Baumaßnahme endgültig stillgelegt und geschlossen.

Im Zuge der jetzt anlaufenden Baumaßnahme stehen in der Kolb- und in der Schöllkopfstraße auch Kanalarbeiten an, weshalb hier während der etwa ein halbes Jahr währenden Baustellen immer wieder mit unterschiedlichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen ist. Im Zuge dieser Baumaßnahme im Gehweg- und Fahrbahnbereich werden dann auch gleich die Randsteine versetzt und im Verlauf der Kolbstraße zwischen Schöllkopf- und Henriettenstraße auch die in diesem Gebiet schon begonnene Markierung mit Farradschutzstreifen im Belag fortgeführt.

An Radfahrer wird bei der Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes ganz besonders gedacht. In der ersten Bauphase sollen 150 überdachte Fahrradabstellplätze eingerichtet werden. Außerdem werden für Pendler, die regelmäßig mit dem Fahrrad zum Bahnhof kommen, von der Stadt auch sechs abschließbare Fahrradboxen vorgehalten, in denen Fahrräder künftig sicher weggeschlossen werden können.