Lokales

"Schon seit einiger Zeit stricken wir an diesem Netz"

Die Fäden des "Lenninger Netzes" werden immer dichter. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger signalisieren ihre Unterstützung für das gemeindeweite Projekt. Jetzt gab es sogar einen Scheck in Höhe von 5000 Euro.

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN "Das Lenninger Netz ist in der Bürgerschaft angekommen", freut sich Bürgermeister Schlecht, der auch Vorsitzender des Vereins ist. Die Vortragsreihe zum Thema "Älter werden in Lenningen" erfreute sich großer Besucherzahlen und am Ende erklärten sich spontan 20 Personen bereit, in dem Projekt mitzuarbeiten. "Das Netz soll vielfältige Aufgaben übernehmen, Kernprojekt wird jedoch das betreute Wohnen sein", so Michael Schlecht.

Vom Lenninger Netz ebenfalls überzeugt ist Franz Fazekas, Geschäftsführer der Faze Autodecor GmbH in Lenningen. Seine Firma spendete 5000 Euro. "Die meisten hoffen, dass sie alt werden. Doch im Alter ist man meistens auf Hilfe angewiesen", so Franz Fazekas. Aus diesem Grund findet er das Lenninger Netz unerlässlich. "Dieses Pilotprojekt wollen wir auch in Zukunft unterstützen. Jetzt geht es aber darum, dass die Bewegung starten kann", erklärte er bei der Scheckübergabe. Mit seiner Spende will er ein Signal setzen und zeigen, dass das Lenninger Netz ein lebensfähiger Verein ist.

Ein weiterer Schritt ist dafür schon getan. Gabriele Riecker ist die neue Leiterin der Koordinationsstelle des "Betreuten Wohnens zu Hause". In der teilortreichen Gemeinde Lenningen hält sie die Fäden in der Hand und koordiniert die verschiedenen Aktivitäten. Im Moment ist sie immer montags von 10 bis 12 Uhr im Bürgerhaus in Unterlenningen zu erreichen, Telefon 0 70 26/37 01 98.

"Wir haben uns selber vernetzt durch das Lenninger Netz", freut sich Karl Heinz Graf, Pfarrer in Oberlenningen und stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Er ist zuversichtlich, dass Lenningen mit diesem Projekt auf einem guten Weg ist. "Visionen brauchen Vorläufer", sagte er. Je mehr Menschen sich mit dieser Sache identifizieren würden, umso sicherer würde das Fundament. Kleine und mutige Schritte hätten der Dorfgemeinschaft schon in der Vergangenheit gut getan, ebenso die Tatsache, über den Horizont hinauszublicken.

"Schon seit einiger Zeit stricken wir an diesem Netz", erzählte Werner Schulmeyer, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Lenninger Netzes. In dieser Zeit wurden Ideen entwickelt und ähnliche Einrichtungen besucht. "Wir haben nicht kopiert, sondern den Lenninger Weg gesucht entstanden ist dabei das Netz", gibt er Einblick in die Anfänge. Die Gepflogenheiten in den Teilorten sind berücksichtigt und deshalb auch manches beibehalten worden. Stolz blickt er auf die Seminarreihe mit ihren zahlreichen Besuchern und den daraus "rekrutierten" Mitstreitern zurück. Doch sein Augenmerk liegt nun in der Zukunft. Am Montag, 10. Oktober, findet um 19 Uhr in der Turn- und Festhalle in Oberlenningen eine Informationsveranstaltung über "Betreutes Wohnen zu Hause" statt. Vorgestellt wird dabei die konkrete Vorgehensweise sowie die Leistungen des Lenninger Netzes. "Die Veranstaltung ist am 10. 10. und wir haben uns vorgenommen, bis zum 1. 1. zehn Betreuungsverträge abgeschlossen zu haben", nennt Werner Schulmeyer die Zielvorgabe.

Das Lenninger Netz will sich für jeden Einzelnen, der es wünscht, Zeit nehmen. "Was ganz wichtig ist: Wir wollen Vertrauen aufbauen und die Zufriedenheit muss gewährleistet sein", nennt Werner Schulmeyer die obersten Grundsätze. Er hofft darauf, dass sich die gute Idee "im Dorf" herumspricht und recht viele motiviert, am Netz mitzustricken.