Lokales

Schrecksekunde für Henzler um zwei Uhr nachts

Gentlemen, start your engines: Die Rennfahrer-Anweisung aus der Steinzeit des Motorsports ist in den USA seit Kurzem wieder aktuell. Zum Saisonauftakt belegte der Nürtinger Wolf Henzler, Mitglied des Motorsportclubs Kirchheim, beim 24-Stunden-Rennen von Daytona Beach im GT-Klassement Platz 19.

EBERHARD STRÄHLE

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DAYTONA BEACH Für Wolf Henzler gestaltete sich der Auftakt in die neue Rennsaison eher ernüchternd. Anstelle eines Siegs gab es lange Gesichter. Mit seinen vier Copiloten Jörg Bergmeister, Lee Keen, Eric Lux und Sascha Maassen beendete der 32-jährige Rennprofi das 24-Stunden-Rennen in Florida auf dem 19. Platz der GT-Fahrzeuge, nachdem am Porsche 911 GT3 Cup des Farnbacher-Loles-Teams in führender Position die Radaufhängung brach und eine Reparatur notwendig wurde.

Der Abstecher in die Grand American Rolex-Serie und ins Farnbacher-Loles-Team ist für Henzler auf drei Einsätze begrenzt er fährt dann ausschließlich Langstreckenrennen. "Mein Hauptbetätigungsfeld ist in diesem Jahr wieder die American LeMans-Serie. Dort werde ich auf einem Porsche 911 GT3 RSR bei allen Rennen an den Start gehen", erklärte Henzler den Journalisten vor dem Rennstart seinen Saisonschwerpunkt.

Im Motodrom von Daytona Beach, einem 3,56 Meilen langen Oval-Kurs mit vielen Kurven, versammelten sich zum Motorsport-Klassiker diesmal Piloten von 25 Daytona-Prototypen und 45 GT-Fahrzeugen Porsche stellte da den Löwenanteil, aber auch Marken wie Mazda, Pontiac, BMW und Ferrari waren vertreten. Obwohl Daytona Beach eine der Lieblingsstrecken Henzlers ist ("die Strecke mit den überhöhten Kurven macht richtig Spaß"), reichte es im Qualifying nur zu Platz 14.

Im Rennen zweimal rund um die Uhr war Henzler der Start-Fahrer des Teams. Es lief optimal anfangs: Runde um Runde kämpfte er sich an den Konkurrenten vorbei. "Der Porsche lief da wie ein Uhrwerk", sagte Henzler später. Als er nach sieben Stunden erneut ins Cockpit stieg, war es Nacht. Gegen zwei Uhr knackte es an der Radaufhängung plötzlich verdächtig für Henzler ein Alarmsignal. "Danach habe ich sofort mit der Boxencrew Funkkontakt aufgenommen. Um keine weiteren Beschädigungen zu riskieren, rollte ich mit dem Wagen äußerst langsam zurück zur Box."

Henzler und Co. verloren durch die Reparaturarbeiten mehr als sechs Runden und die Führung im GT-Klassement. Als Fahrer Sascha Maassen später Probleme beim Schalten hatte, war es allerdings endgültig vorbei mit dem Klassensieg für Henzler und Co: Ein Kupplungs-Wechsel kostete weitere wertvolle Zeit. Den GT-Sieger stellte schließlich Mazda, den Gesamtsieg machten die Prototypen unter sich aus. So blieb Henzler zum Saisonstart nur eine Enttäuschung. Gerne hätte er gejubelt, so wie der Engländer Vic Elford zusammen mit Jochen Neerpasch, Rolf Stommelen und dem Schweizer Josef Siffert: Vor über 40 Jahren feierten sie auf einem Porsche 907 Prototypen den ersten Porsche-Erfolg in Daytona.

24-Stunden-Rennen Daytona

Daytona-Prototypen: 1. Franchitti/Montoya/ Pruett/ Rojas, Lexus Riley, 695 Runden, 2. Fogarty/ Gurney/ Johnson/ Vasser, Lexus Riley, 693, 3. Briscoe/ Bush/ Jonsson/ Castroneves, Pontiac Riley, 689, 4. Turner/ Zonta/ Angelelli, Pontia Riley, 687, 5. Taylor/ Taylor/ Valiante, Pontiac Riley, 680 GT-Kategorie: 1. Ham/ Haskell/ Matos, Mazda RX-8, 664 Runden, 2. Ballou/ Lally/ Miller/ Westbrook, Porsche 911 GT3 Cup, 657, 3. Dumas/ George/ Pumpelly/ Seller, Porsche 911 GT3 Cup, 657, 4. van Overbeek/ Valentine/ Sudgen, Porsche 911 GT3 Cup, 656, 5. Assentato/ Longhi/ Pechnik, Mazda RX-8, 653, 6. Arnold/ Faulkner/ Greenberg, Porsche 911 GT3 Cup, 651 Runden. . . 19. Henzler/Bergmeister/ Keen/Lux, Maassen, Porsche 911 GT3 Cup.