Lokales

Schüler erleben das Leben mit einem Handicap

KIRCHHEIM Wie ist es, ohne etwas zu sehen? Was tun, wenn man im Rollstuhl sitzt? Gibt es Behinderungen, die wir im Alltag gar nicht bemerken? Ohne Hände zu leben, ist das schwer? Kann man sich auch ohne Gehör verständigen? Fragen, die wenige Leute sich stellen, aber sich mal stellen sollten. Wir Schüler der Klassen 8 der Teck-Realschule hatten am "Tag des Handicaps", der als Projekt im Rahmen des Religions- und Ethikunterrichts zum Thema "Behinderung" veranstaltet wurde, die Möglichkeit, selbst zu erfahren, wie sich Behinderte fühlen, wie sie den Alltag überstehen. An 7 Stationen, die jeder Schüler zu meistern hatte, wurde dies gezeigt. Aber was tat man an diesen Stationen, um uns dies zu verdeutlichen?

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Station 1, das Gehör: Manchmal ist ja richtig gut, was nicht zu hören, aber ein ganzes Leben lang? An dieser Station wurde uns eine "Maus" aufgesetzt, sodass wir kaum mehr was hören konnten. Der Partner stellte sich nun ein paar Schritte vom anderen entfernt auf und begann, auf diesen einzureden. Der verstand natürlich nur wenig! Die Rollen wurden nach ein paar Minuten dann getauscht. Natürlich erlebt man nicht dasselbe wie ein richtiger Tauber, aber man gewinnt wenigstens einen Einblick in diese Welt.

Station 2, Blindenschrift: Ein paar Punkte auf einem Blatt soll man lesen? Jedem sind diese Punkte schon mal im Alltag begegnet. Ein Beispiel ist auf Arzneipackungen zu sehen. Mal mit den Fingern lesen, das durfte man bei dieser Station erleben. Außerdem erfuhr man einiges über den Erfinder der Blindenschrift und konnte sich am Blindenalphabet versuchen.

Station 3, Blindenfußball: Sich nur auf sein Gehör zu verlassen, weil man nichts sieht, das wurde beim Blindenfußball verlangt: Die Augen wurden verbunden, und nun hieß es Fußball spielen. Um die Sache zu vereinfachen, spielte man mit einem großen Gymnastikball. So gewannen wir einen Eindruck, wie es sein kann, hilflos in der Landschaft rumzustehen und nicht zu wissen wohin!

Station 4, Blindenparcours: Sich auf einen anderen verlassen zu können für manche ist das sehr schwer, aber wenn man sogar drauf angewiesen ist, muss man Personen vertrauen können. Bei dieser Aufgabe erwartete uns ein Parcours. Über einen Kasten und unter einem hindurch eine schmale Gasse entlang gehen, das musste man bewältigen, mit der Hilfe eines Freundes, einer Person, der man eigentlich vertraut. Natürlich muss ein Blinder wahrscheinlich nie so einen Parcours bewältigen, aber er muss Leuten vertrauen, die er wahrscheinlich noch nie gesehen hat.

Station 5, Rollstuhl: Einmal im Rollstuhl zu sitzen, das macht ja eigentlich eine Menge Spaß. Aber ein ganzes Leben in einem solchen Gefährt zu sitzen, ist wohl nicht gerade der Spaß des Lebens. Eine Art Bordstein hochzufahren, eine Rampe hochzukommen oder rückwärts einparken, dies wurde bei dieser Station verlangt: Mit ein bisschen Übung ist das alles zu meistern, aber man kann trotzdem froh sein, dass man Beine hat.

Station 6, ohne Hände: Ein Leben ohne Hände, stellen Sie sich das mal vor! Denken Sie mal über Ihren ganzen Alltag nach, und das jetzt ohne Hände! Ein Bild mit einem Baum und Blumen malen. Hört sich einfach an mit Händen, aber mit Füßen sieht die Sache schon anders aus. Das konnten wir bei dieser Station ausprobieren.

Station 7, Behinderungen im Alltag: Einen steifen Rücken zu haben ist sehr hinderlich, wenn man sich zum Beispiel die Schuhe binden will. Dies kann man verdeutlichen, indem man sich einen Stock an den Rücken bindet und sich dann bücken will. Man fühlt sich sofort ein paar Jahre älter.

Wir hatten einen Laufzettel, auf dem jeder eintrug, wie er sich in dieser Situation, in dieser Station, gefühlt hat. Nach der letzten Station konnten wir uns insgesamt über das Projekt äußern und ein wenig darüber nachdenken. Die Erfahrungen dieses Handicap-Tages hat uns allen geholfen, sich in die Person eines Behinderten hineinzuversetzen und vielleicht auch mehr Verständnis für diese Menschen zu haben.

Stephanie, Desiree, Veronika

Klasse 8c, Teck-Realschule Kirchheim