Lokales

Schüsse in das Lokal gefeuert

Der Mann aus Wernau Mann, der in der Nacht zum 14. April eine komplette Salve mit einer Maschinenpistole in ein Esslinger Lokal abgefeuert hat, soll dafür wegen versuchten Mordes zwölf Jahre hinter Gitter.

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Bernd Winckler

Esslingen/Stuttgart. So wenigstens lautet der Antrag des Staatsanwalts vor dem Stuttgarter Schwurgericht. Sein damaliger Begleiter, den die Anklage als Helfer für die Tat beschuldigte, soll nach dem Willen des Anklägers allerdings jetzt nur noch wegen Beihilfe zum Waffenvergehen zu zwei Jahren Haft verurteilt werden.

Gegen die beiden 27- und 36-jährigen Männer verhandelt das Stuttgarter Schwurgericht schon seit dem 14. November. Aus Ärger, weil er einmal aus dem Lokal Bräustüble in Esslingen gewiesen wurde, hatte der 36-Jährige die Schüsse mit seiner Maschinenpistole in das Lokal gefeuert und dabei den Wirt schwer verletzt.

Gestern hatte nach Anhörung von über 20 Zeugen und zwei Sachverständigen der Staatsanwalt das Wort. Er geht davon aus, dass der Hauptangeklagte gelogen hat, als dieser angab, er habe die MP vor Jahren von einem Stuttgarter Waffenhändler in der Altstadt gekauft. Der Ankläger will dem Mann auch nicht abnehmen, dass er mit der MP-Salve durch das Fenster des Lokals „nur erschrecken“ wollte. Dazu habe er zu genau gezielt, nämlich genau in Richtung des Stammtisches, an dem der Wirt mit Gästen saß. Dabei hatte er den Tod mehrerer arg- und wehrloser Gäste in Kauf genommen.

„Ein achtfacher heimtückischer versuchter Mord“, wie es der Staatsanwalt in seinem Plädoyer formulierte. Dazu noch der verbotene Besitz einer Kriegswaffe. Dieses Tatwerkzeug gilt juristisch als „gemeingefährliches Mittel“. Der Wirt erlitt durch einen Steckschuss schwere innere Verletzungen. Zwei weitere Gäste wurden durch Splitter leicht verletzt. Nur einem puren Zufall sei es zu verdanken, dass der Wirt nicht tödlich verletzt wurde, sagte der Ankläger.

Er forderte für den Schützen eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren. Sein Mitangeklagter, ein 27-Jähriger aus Nürtingen, soll wegen Beihilfe zum Besitz von Kriegswaffen zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt werden. Ihm könne man eine Mittäterschaft, oder gar das „Schmierestehen“ für die Tat nicht anlasten, weil der Beschuldigte wahrscheinlich nicht gewusst hatte, dass sein Freund in das Lokal schießen werde.

Nach den Plädoyers der Verteidiger will das Gericht am Dienstag nächster Woche die Urteile verkünden.