Lokales

Schuldenstand der Gemeinde weiter gesunken

In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat Holzmaden die Jahresrechnung 2005 abgesegnet. Das Vorjahr schloss laut den Zahlen der Stadtkämmerei Weilheim bei einem Haushaltsvolumen von insgesamt rund 3,2 Millionen Euro mit einem Fehlbetrag von 85 300 Euro ab.

RUDOLF STÄBLER

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Weilheims Stadtkämmerer Reiner Philipp, der das Zahlenwerk in der Sitzung vortrug, hatte aber auch Erfreuliches zu berichten. Positiv zu sehen sei trotz des insgesamt unbefriedigten Ergebnisses der Rückgang der Verschuldung der Gemeinde um 77 000 Euro auf 223 300 Euro, was einem Schnitt von 104 Euro pro Einwohner entspreche. So bringe der Schuldenabbau der letzten Jahre schon jetzt und in die Zukunft gesehen eine deutliche Entlastung des Gesamthaushalts beim Schuldendienst.

Anders als bei der Planung in den Vorjahren konnte die Gemeinde im Haushalt 2005 mit 24 100 Euro gerade noch die gesetzlich vorgeschriebene Mindest-Zuführungsrate des Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt ausweisen, dies allerdings bei einer in Höhe von 675 000 Euro erwarteten Gewerbesteuer. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer gingen nach den Berechnungen von Philipp im Vergleich zum Jahr 2004 allerdings um fast 30 Prozent zurück. Auch der Anteil an Einkommenssteuer und Umsatzsteuer sowie der Finanzausgleich gingen nicht in der geplanten Höhe ein. Insgesamt fehlten deshalb bei Steuern und Zuweisungen rund 50 000 Euro im Vergleich zu den Planzahlen. Glücklicherweise, so Reiner Philipp, stehen Mehreinnahmen bei den Gebühren, auch bei den Ersätzen und bei den Zinsen zur Verfügung, weshalb sich trotz des Rückgangs bei den Steuern insgesamt echte Mehreinnahmen von rund 39 000 Euro ergeben.

Zur Verbesserung der Situation trug auch eine sparsame Bewirtschaftung bei. Zudem benötigte die Kirchengemeinde weniger Geld für die Kindergärten und das Gruppenklärwerk verlangte weniger Umlage für den Betrieb. Dies alles führte nach den vorgelegten Zahlen zu Wenigerausgaben von rund 81 000 Euro. Dieser Betrag und Verbesserungen bei den Einnahmen ergaben zusammen rund 120 000 Euro, welche dem Vermögenshaushalt zusätzlich zugeführt werden konnten.

Im Vermögenshaushalt errechnete der Finanzfachmann einen Fehlbetrag von 85 000 Euro. Dieser muss unverzüglich, spätestens aber im Haushaltsjahr 2008 abgedeckt werden. "Insgesamt eine wenig erfreuliche Situation, zumal 2006 aller Voraussicht nach das Ergebnis noch deutlich schlechter ausfallen wird", orakelte Philipp. Unverändert blieb im Berichtsjahr der Rücklagenbestand von 709 000 Euro.

Der von der Stadtkämmerei Weilheim dargestellte Rechnungsabschluss wurde vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen und anerkannt.

Abschlusszahlen erhielt der Gemeinderat auch über den Eigenbetrieb der Wasserversorgung. Hier haben sich allerdings keine wesentlichen Verschiebungen ergeben. Allerdings blieb die Wasserabgabe unter dem Planwert und damit sind auch die Erträge insgesamt trotz kleiner Verbesserungen bei anderen Positionen um rund 1000 Euro niedriger als geplant. Gleichzeitig konnte aber der Aufwand reduziert werden, zum Beispiel beim Unterhaltungsaufwand, aber auch durch geringere Wasserverluste im Leitungsnetz. Der Gesamtaufwand liegt um immerhin 7200 Euro unter dem Planwert.

Weiter war zu erfahren, dass über den Vermögensplan 2005 wieder rund 23 000 Euro in den Eigenbetrieb investiert wurden, vor allem in Erneuerungen der Technik im Wasserturm und Behälter. Im Leitungsnetz wurde ein Teilstück in der Bahnhofstraße zusammen mit dem Kanal erneuert. Das Bilanzvolumen ist auf 685 000 Euro gesunken, weil die Abschreibungen niedriger waren als die neuen Investitionen. Der Schuldenstand sank um die planmäßigen Tilgungen auf 177 400 Euro, das sind pro Einwohner noch knapp 73 Euro. Die Eigenkapital-Ausstattung sei nach den Worten des Kämmerers immer noch höher als aus steuerlicher Sicht notwendig ist. Insoweit subventioniert der Kämmereihaushalt nach wie vor den Wasserzins. Eine Reduzierung würde aber Kapitalertragsteuer auslösen, weshalb hierauf verzichtet wurde.