Lokales

Schule braucht das Engagement der Eltern

Rund 160 Männer und Frauen waren am Samstag im Filderstädter Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium zusammengekommen. Im Mittelpunkt standen die Information und der Austausch über die Aufgaben der neu gewählten Elternbeiräte. Ziel der Informationsveranstaltung des Amtes für Schule und Bildung war es, gemeinsame Ziele und Werte herauszustellen.

CHRISTA ANSEL

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KREIS ESSLINGEN Seit zwölf Jahren wird regelmäßig zu solchen Informationsveranstaltungen für die neu gewählten Elternvertreter der ersten und fünften Klassen eingeladen. Für Dr. Günter Klein, den Leiter des Amtes für Schule und Bildung, ist es wichtig, die neu gewählten Elternvertreter so in ihre neuen Aufgaben einzuführen, dass sie diese gut bewältigen können, ohne überfordert zu werden. Schule und Elternschaft nehmen für ihn keine gegnerischen Positionen ein. Schule brauche die Eltern, die Zusammenarbeit sei notwendig. Wichtig sei die Verständigung beider Partner über die leitenden Ziele und Werte für Bildung und Erziehung. Wenn deshalb das Amt für Schule und Bildung seit Jahren die 160 neu gewählten Elternvertreter zu einer gemeinsamen Veranstaltung zusammenhole, dann geschehe dies im Bemühen um eine konstruktive Zusammenarbeit beider Seiten.

Elternarbeit habe mit der Umsetzung der Bildungsreform in den Schulen eine weitaus größere Bedeutung als früher. Eltern in das pädagogische Entwicklungskonzept einzubinden sei unabdingbar. Schule habe sich gegenüber den Eltern zu öffnen. Und Schule brauche die Rückmeldung auch aus den Reihen der Eltern, um zu sehen, was erreicht wurde.

Aufgabe einer Gesellschaft sei es, Bildungspartnerschaften zu bilden, um das Bildungsangebot so vielfältig wie möglich zu gestalten. Eltern seien ganz wichtige Partner, weiß Dr. Günter Klein. Der Schulleiter des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, Peter Bizer, konnte da mit ganz konkreten Beispielen aus dem Schulalltag aufwarten. Er spüre eine große Bereitschaft von Eltern zur Mitarbeit. Eltern seien hoch motiviert und bereit, Verantwortung in der Schule zu übernehmen.

In Gesprächsgruppen gegliedert nach Schularten konnten Eltern bereits am Vormittag Möglichkeiten der Mitwirkung in der Schule ausloten. Alle Mitarbeiter des Amtes für Schule und Bildung standen mit Rat und Tat zur Seite, wie Schulrätin Waltraud Schreiber im Pressegespräch berichtete. Die neuen Bildungspläne an allen Schulen schafften dafür großen Raum.

Im Mittelpunkt des Informationstages für Elternbeiräte stand die Definition der Aufgabe dieser Elternvertreter. Für Schulleiter Peter Bizer ist das Problem an allen Schulen gleich: die Emotionen auf Seiten der Eltern und der Lehrer sind groß. Gespräche sachbezogen zu führen hält er für ein ganz wichtiges Arbeitsfeld, in dem sich Elternvertreter und Lehrer üben müssten. Damit dies gelingen kann, gab Oberpsychologierat Ernst Schrade den Vätern und Müttern ganz konkrete Tipps und Ratschläge mit an die Hand.

Elternvertreter, betonte Ernst Schrade, könnten in der Schule vermittelnd und organisierend helfen, sollten aber nicht die Rolle des Anwaltes übernehmen. Eltern seien das "Schmiermittel für den Dialog", müssten aber lernen, sich nicht missbrauchen zu lassen als Helfer. Elternvertreter sollten beratend wirken, sich aber nicht verführen lassen zu einer Rolle, die am Ende nur überfordere.

Um in Konfliktsituationen helfen zu können, sei es ganz wichtig, eigene Erfahrungen nicht mit denen anderer zu vermischen. Das klinge vielleicht ernüchternd, sei aber wichtig, um illusionsfrei wirken zu können. Wer sich nicht gut abgrenze, könne sein Amt meist nicht lange ungetrübt ausüben. Er forderte auf, Mut zu finden, an der richtigen Stelle Nein zu sagen. Für Ernst Schrade sind Konflikte zwischen Eltern und Lehrern in der Regel in einem sachlichen Gespräch gut zu lösen. Das setze aber voraus, dass beide Parteien daran interessiert und dazu bereit seien. Tipps für konfliktlösende Gespräche gab er den neu gewählten Elternvertretern mit auf den Weg.

Ergänzend dazu wurden die Elternvertreter ausgestattet mit Adressen und Ansprechpartnern, die in einer Art Netzwerk allen Elternbeiräten zur Seite stehen. Dazu gehört an vorderster Stelle das Amt für Schule und Bildung beim Landkreis Esslingen, das sich als Dienstleister für Schulen, Schüler und Eltern sieht. Seinen Sitz hat das Amt für Schule und Bildung in der Marktstraße 12 in Nürtingen. Eines der möglichen Portale im Internet ist erreichbar unter www.schule-bw.de.