Lokales

Schulen und Spielplätze dominierten die Änderungswünsche

Die Marschrichtung für dieses Jahr steht. Während seiner jüngsten Sitzung verabschiedete der Lenninger Gemeinderat einstimmig den Haushaltsplan 2008 sowie die Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe.

IRIS HÄFNER

Anzeige

LENNINGEN Dank der Vorberatungen im Ausschuss gab es wenig Wortmeldungen bei der Generaldebatte. Das Wort führte in der Hauptsache Kämmerer Herbert Braun. "Es geht darum, Begonnenes zu Ende zu führen", erklärte er. Punkt für Punkt ging er die Änderungsliste durch. Ein großer Investitions-Bereich ist die Schule. Rund 1,1 Millionen Euro stellt Lenningen dafür ein. Dazu zählt auch die Umgestaltung der Pausenhöfe und damit war der Kämmerer bei einem weiteren umfassenden Komplex angelangt: den Spielflächen in Lenningen. Entgegen der ursprünglichen Planung gab es dabei einige Verschiebungen. "Die Reihenfolge wurde etwas abgeändert, damit in jedem Ortsteil mindestens ein Spielplatz verbessert werden kann", gab Herbert Braun den Mehrheitsbeschluss des Verwaltungs- und Finanzausschusses weiter.

Der große Spielplatz "Buch" ist ersatzlos gestrichen. "In Planung sind kombinierte Plätze. So sollen die Pausenhöfe auch als Spielplätze genutzt werden können", erläuterte Bürgermeister Michael Schlecht. In Schopfloch ist dies mehr oder weniger schon jetzt der Fall. In Brucken soll es ähnlich laufen, weshalb die Grundschule für den Spielbetrieb geöffnet wird. "Das ist ein guter Entschluss", urteilte Michael Schlecht.

Für eine gewisse Aufregung sorgte der kurzfristig eingegangene Antrag auf Überdachung des Pausenhofs an der Oberlenninger Grundschule, die gerade einen neuen Anbau erhält. "Wir empfehlen dies nicht", sagte der Schultes klar und deutlich. Zum einen will die Verwaltung zusätzliche Kosten vermeiden, zum andern würde die Überdachung die von Eltern, Lehrern und Landschaftsarchitekt bereits geplante Außenspielfläche über den Haufen werfen. "Das Basketballspielfeld hätte sich damit erledigt", verdeutlichte Michael Schlecht die Situation.

Gegen eine Überdachung sprach sich auch der Gemeinderat einstimmig aus. "Ich möchte gerne in Inhalte investieren und nicht in Außenanlagen", sagte Georg Zwingmann. Da sich eine Überdachung problemlos "nachrüsten" lasse, sprach sich auch Karl Boßler dafür aus, das Bauwerk so abzuschließen, wie in der bisherigen Planung vorgesehen.

Die Verteuerung des Umbaus des Biologieraums zum NWA-Raum wurde ebenfalls thematisiert. "Wir versuchen, die Zahlen im Vorfeld zu eruieren, was manchmal schwierig ist. In solchen Fällen sind wir auf Fachbüros angewiesen", nahm Michael Schlecht seinen Hochbauamtsleiter Uwe Straub in Schutz. Der Schultes gab jedoch zu, dass sich in letzter Zeit die Projekte gehäuft hätten, bei denen die tatsächlichen Kosten weit über den Kostenschätzungen lagen. "Wir werden das in Zukunft genau prüfen", sagte er. Georg Zwingmann sprach in diesem Zusammenhang von der Gutgläubigkeit gegenüber den Fachbüros. "Ich wünsche mir, dass die Verwaltung daraus lernt und die Vorgänge dokumentiert", erklärte er und regte eine Datenbank an, um die Schwarzen Schafe von vornherein ausschließen zu können.

Mit der Fachberatungsstelle für die Kindergärten betritt Lenningen ab Mitte dieses Jahres Neuland. 30 Prozent dieser Stelle finanziert die Gemeinde, weitere 30 Prozent die Stadt Weilheim und nun ist nochmals eine Kommune im Gespräch, die sich mit 15 Prozent der Personalkosten beteiligen will. Damit könnte eine 75-Prozent-Stelle mit einer Laufzeit von zunächst zwei Jahren ab Juli dieses Jahres eingerichtet werden. "Das Thema brennt uns unter den Nägeln man könnte dies als freiwillige Pflichtaufgabe bezeichnen", so Michael Schlecht. Gleichzeitig sieht er die Einrichtung dieser Stelle als Chance bezüglich interkommunaler Zusammenarbeit und erhofft sich neben Synergieeffekten auch eine gegenseitige Befruchtung.

"Wir haben ein schlechtes Ergebnis im Verwaltungshaushalt", gab Michael Schlecht am Ende der Debatte unumwunden zu. Er warnte seine Gemeinderäte schon einmal vor, dass Lenningen eine der wenigen Kommunen im Landkreis und gar in der Region ist, die eine negative Zuführungsrate hat. "Das können wir dank des Sparbuchs ausgleichen", relativierte der Bürgermeister.

Aus der ursprünglich geplanten positiven Zuführungsrate von 200 000 Euro ist wegen der Änderungen nun ein Fehlbetrag von knapp 350 000 Euro geworden. Die Entnahme des Vermögenshaushalts aus der Allgemeinen Rücklage erhöht sich um rund 250 000 Euro auf rund 1,55 Millionen Euro. Ferner vermindert sich der Ansatz für die Baumaßnahmen um knapp 300 000 Euro auf knapp 2,1 Millionen Euro.

Bei den Wirtschaftsplänen der Eigenbetriebe Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung haben sich keine Veränderungen zum Ansatz ergeben. Beiden Werken stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.