Lokales

Schulkunst und Sommerfest

LENNINGEN Kultur im und ums Oberlenninger Schlössle: Auch heuer laden der Förderkreis und die Gemeindebücherei ein zu Ausstellungen, Lesungen, Kammer- und Freiluftmusik, zu literarischen Abenden

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ERIKA HILLEGAART

und geselligen Treffs. 2007 wird ein Gedenkjahr an die Anfänge des Schlössle-Freundeskreises vor 25 Jahren. Daraus entwickelte sich im Lauf der Jahre mit zunehmenden Mitgliedern und Ideen der gemeinnützige Förderkreis Schlössle. Lob, Lorbeeren und zunehmende Besucherzahlen sind Ansporn und Anlass, neue Aufgaben anzupeilen. Rund 1300 Besucher kamen im vergangenen Jahr zu einem Dutzend Veranstaltungen ins Schlössle. Jetzt hat der Leitungskreis des Vereins bei der Mitgliederversammlung das Jubiläumsprogramm 2007 für das erste Halbjahr vorgestellt.

Die Schuljugend des Bildungszentrums Lenningen eröffnet am 2. März mit "Bildern aus dem Kunstunterricht" die Schlössle-Galerie-Saison. Drei Wochen später wird die Stuttgarter Schauspielerin Helga Klaiber einen der bekanntesten Aufsätze der Literaturgeschichte mit Musik und Puppen-Pantomimen in Szene setzen. Es ist Heinrich Kleists Schrift "Über das Marionettentheater", die mit Friedrich Schillers Reflexion über "Anmut und Würde" in Verbindung gebracht werden kann. Helga Klaiber gibt ihrem literarischen Abend den Titel "Das Leben nennt der Derwisch eine Reise".

Vom 20. April bis 12. Mai wird der Kirchheimer Künstler Boba Cvorkov seine "Bilder und Objekte" abstrakte und gegenständliche Arbeiten aus Draht ausstellen. Danach werden im Oberlenninger Schlössle die Erinnerungen an die turnenden Großväter und Mütter geweckt. Die Jubiläumsfreude des seit 100 Jahren bestehenden Turn- und Sportvereins Oberlenningen dringt ab 18. Mai mit einer Bilderchronik in den Renaissance-Fachwerkbau ein und verheißt "100 Jahre Turnen, Sport, Vitalität".

Einen heiteren Sonnentag wünschen sich am 1. Juli der Musizierkreis und das Orchester der Musikschule Lenningen für die traditionelle Serenade auf dem Schlosshügel, wenn Jugendliche und Erwachsene zusammen unter der Leitung von Gerlinde Korell und Vera Reinold musizieren. Dies wird der musikalische Auftakt zum Jubiläumssonntag des Vereins. Ein "Schwäbisches Fest" mit allerlei Überraschungen rund ums Schlössle wird am 22. Juli für Feiertags- und Ferienlaune sorgen.

Nach den Sommerwochen geht es heimatlich schwäbisch weiter. Der Oberlenninger Maler Helmut Bächle stellt "Lenninger Landschaften Ölbilder aus zwei Jahrzehnten" in den Räumen der Gemeindebücherei aus. Seine Gemälde sind dann für den "Tag des offenen Denkmals" am 9. September Kulisse und Werbung für die Schönheit der Alb, ihrer Pflanzen und manch dörflicher Idylle.

Gast bei der Hauptversammlung des Förderkreises war Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht. Er würdigte die ehrenamtliche Arbeit der Vereine und bestätigte lobend das Kulturangebot des Förderkreises in Zusammenarbeit mit der Bücherei. Der Gemeinderat hatte in jüngster Zeit ein Förderprogramm mit zwei Modellen für die Vereine entwickelt. Nach längerer Aussprache entschied die Versammlung sich für das zweite Modell, weil auch weiterhin keine Beiträge von den Förderkreismitgliedern erhoben werden. Die Gründe legte bei ihrem Kassenbericht die langjährige Schatzmeisterin Marie-Luise Guse dar: Mit Spenden, Kartenverkauf und Beteiligung an Bilderverkäufen sowie Kaffeetafeln erwirtschaftet der gemeinnützige Verein seit Gründungsbeginn die Kosten für die Veranstaltungen und Investitionen in denkmalpflegerische Projekte.

Die Entlastung der Schatzmeisterin erfolgte einstimmig, ebenso die des Vorstands. Der erste Vorsitzende, Wolfgang Guse, stellte sich erfolgreich noch einmal zur Wahl für zwei Jahre. Er hofft, dass die Verjüngung der aktiven Mitglieder des Förderkreises weiter gelinge. Der Verein weiß sich auch mitverantwortlich für das Papier- und Buchkunstmuseum im zweiten Stock des Fachwerkbaus: Mitglieder machen seit Jahren fachkundig die Aufsicht und Führungen im Auftrag der Gemeinde. Wolfgang Guse hat finanzielle Mittel erschlossen, damit die Broschüren über das Museum und die Geschichte des Schillingschen Adelssitzes nachgedruckt werden können. Überlegungen über denkmalpflegerische Aufgaben in der Gemeinde Lenningen wurden in eine weitere Gesprächsrunde mit Fachleuten vertagt.