Lokales

Schultes mit Einfluss und Fingerspitzengefühl

Ein buntes Bild mit Händen und Füßen der Schüler überreichte Burgschul-Rektor Werner Fritz Köngens Bürgermeister Hans Weil zur Amtseinsetzung in der Zehntscheuer. Für den alten und neuen Bürgermeister, dem Kultur am Herzen liegt, wurde gemalt, gedichtet und musiziert.

ELISABETH MAIER

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KÖNGEN Auch Hans Weils Stellvertreter Walter Hablizel hatte zur Feder gegriffen und witzelte, man solle Weil bloß nichts davon sagen, wenn in der Region wieder mal ein Schloss zum Verkauf stehe. Der Seitenhieb auf die Sanierung des denkmalgeschützten Schlosses war aber durchaus liebevoll gemeint. Das Großprojekt mit einem Volumen von 12,5 Millionen Euro hatte Weil gegen den Widerstand vieler Kritiker im Gemeinderat durchgesetzt. Zu ihnen zählte früher auch CDU-Gemeinderat Hablizel, der sich aber wie viele andere überzeugen ließ. Bei der Vereidigung des neuen und alten Schultes lobte er Weils Fähigkeit, Menschen zu überzeugen.

Auch der Esslinger Landrat Heinz Eininger, der Weil die Wahlprüfungsurkunde übergab, zählte ihn zu den einflussreichen Bürgermeistern im Landkreis Esslingen. "Seit unserer ersten gemeinsamen Reise nach Israel ist er für mich auch ein Freund", bemerkte der Landrat.

Köngen schaffe es trotz hoher Investitionen in die Infrastruktur, einen soliden Haushalt fast ohne Schulden zu halten. Seit Weils Amtsantritt 1982 habe Köngen mehr als 1000 weitere Einwohner dazu gewonnen. "Er hat es geschafft, diese vielen unterschiedlichen Menschen ins Gemeindeleben zu integrieren." Ein Bürgermeister, der sich so intensiv um jeden einzelnen Bürger kümmere, sei heute keine Selbstverständlichkeit mehr.

Weils "Fingerspitzengefühl" im Umgang mit den Vereinen lobte Fred Schuster, Vorsitzender des TSV Köngen sowie des Ortsrings. Und der evangelische Pfarrer Bernd Schönhaar blickte zurück auf den herzlichen Empfang, den Weil ihm und seiner Familie im vergangenen Jahr bereitet habe. Für die "gute Nachbarschaft" bedankte sich der Wendlinger Bürgermeister Frank Ziegler.

Unter den Gästen des Empfangs war auch Waiblingens Oberbürgermeister Andreas Hesky, der während seiner Zeit als Wendlinger Rathauschef sehr lange und intensiv mit Weil zusammengearbeitet hatte. Über diese Geste war Köngens Bürgermeister sichtlich gerührt. Dass sogar ein Oberbürgermeister zu seiner Amtseinsetzung komme, sei schließlich "keine Selbstverständlichkeit".

Dass Weil über den Tellerrand blickt und seine internationalen Kontakte pflegt, zeigten die herzlichen Gesten der Bürgermeister und Vertreter aus den Partnerstädten und befreundeten Kommunen.

Bürgermeister Jaromir Fischer aus der tschechischen Partnerstadt Cesky Brod überraschte Weil mit einem Grußwort in deutscher Sprache. Die Mezzo-Sopranistin Sarah Hudarew begeisterte die Zuhörer beim musikalischen Rahmenprogramm mit der Arie "Habanera" aus Bizets Oper "Carmen".