Lokales

Schulung zahlt sich für Kommunen aus

Auf jährlich durchschnittlich 320 Millionen Euro belaufen sich die Energiekosten von Gebäuden, die sich im Eigentum von Kommunen in Baden-Württemberg befinden. Kosten, die es in jeder Kommune zu überprüfen gilt, sagt die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA).

WENDLINGEN Denn egal ob alte oder neue Gebäude es lassen sich fast immer Einspar- und Verbesserungspotenziale durch eine effizienter eingesetzte Energie finden. Dadurch werden nicht nur Kosten in den kommunalen Haushalten eingespart, sondern auch Ressourcen geschont. Wichtiges Bindeglied sind die Haus- und Betriebsmeister. In den von der Akademie für Natur- und Umweltschutz angebotenen Fortbildungsseminaren wird auf solche Einsparmaßnahmen hingewiesen.

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Jüngst fand dazu ein Vertiefungsseminar zum Thema "Heizung und Strom" am Robert-Bosch-Gymnasium in Wendlingen statt. Mit relativ einfachen Energieeinsparmaßnahmen an Schulen sowie in Kindergärten und Sport- und Festhallen lassen sich laut der Umweltakademie, mit Sitz in Stuttgart, bis zu zehn Prozent des Energieverbrauchs reduzieren.

Das Robert-Bosch-Gymnasium hat diese Erfahrung längst selbst genutzt als Teilnehmerin beim Modellprojekt "Klimafreundliche und energiesparende Schule", das vom Landesministerium für Umwelt und Verkehr 1995 initiiert worden ist. Dafür reichen zunächst einfachste Mittel aus, ohne groß zusätzlich investitieren zu müssen. Damit kann eine Schule jährlich rund 10 000 Euro sparen. Natürlich können weitere Kosteneinsparungen gemacht werden, wenn am Gebäude selber oder in die Haustechnik investiert wird, wie beispielsweise in neue Fenster, in eine neue Heiztechnik oder eine zusätzliche Dämmung.

Mit dem Einbau neuer Fenster am Wendlinger Gymnasium und Einzelraumsteuerung konnte auch hier ein Beitrag zur weiteren Kosteneinsparung gemacht werden. Hausmeister und Betriebsmeister haben als Techniker vor Ort den besten Überblick über den Heiz- und Stromverbrauch. Sie erkennen auch am besten, wo es noch weitere Einsparpotenziale gibt. Aus diesem Grund führt die Umweltakademie, angeschlossen an das Landesministerium für Umwelt und Verkehr, Seminare für diese Berufsgruppe durch.

Zu dem eintägigen Vertiefungsseminar am Robert-Bosch-Gymnasium reisten 20 Haus- und Betriebsmeister von Schulen, Kindergärten und öffentlichen Einrichtungen hauptsächlich aus den Regierungsbezirken Stuttgart und Tübingen an. Der Schwerpunkt lag auf verschiedenen Problemstellungen, mit denen die Haus- und Betriebsmeister im Seminar konfrontiert wurden. In Arbeitsgruppen befassten sich die Teilnehmer mit Themen wie Stromeinsparung durch weniger Lampen in den Deckenleuchten oder Verbesserungen bei der Gebäudeisolierung. Hierbei wurden auch die Themen Heizung und Warmwasser genauer unter die Lupe genommen. Große Bedeutung wurde ebenso der Diskussion mit den Referenten zugemessen, bei der die Teilnehmer über ihre Erfahrungen seit dem Grundlagenseminar an ihrer Schule sprachen. "Das Seminar soll die Hausmeister sensibilisieren und ihnen weitere Impulse für neue Einsparmöglichkeiten geben," sagte Dr. Agnes Michenfelder von der Umweltakademie. "Ihr technisches Wissen kann sich für die jeweilige Schule auch als Schneeballeffekt erweisen, indem sie Schulleitung und Lehrer auf die Ursachen zu hohen Energieverbrauchs hinweisen und Lösungen zum Energiesparen weitergeben."

Dass Klimaschutz und Energieeinsparungen am Robert-Bosch-Gymnasium schon seit Jahren groß geschrieben wird, zeigte nicht nur der Vortrag zum Thema von Otmar Braune, Lehrer am Gymnasium, sondern auch der spontane Besuch von einigen Schülern. Für die Teilnehmer des Vertiefungsseminars waren kleine Hinweisschilder im Schulgebäude angebracht, mit deren Hilfe sie den Schulungsraum besser finden sollten. Diese Hinweise zum Energieeinsparungsseminar interpretierten einige Schüler so genannte Energiebeauftragte, derer es pro Klasse je zwei an der Schule gibt als Aufforderung, selbst daran teilzunehmen. Die Enttäuschung muss für die Gymnasiasten wohl groß gewesen sein, als sie erfuhren, dass das Seminar nicht für sie ist. Andererseits zeigt die Aufmerksamkeit der Schüler, dass das Thema Klimaschutz am Gymnasium auch ernst genommen wird.

pm