Lokales

Schutz auf hohem Niveau

Elf Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim machten sich vor kurzem auf den Weg nach Külsheim im Main-Tauber-Kreis.

KIRCHHEIM In Külsheim schlossen sich noch rund 100 weitere Feuerwehrleute an, um auf dem Übungsgelände der Bundeswehr Külsheim den Ernstfall zu trainieren. An den verschiedenen Einsatzorten auf dem rund 700 Hektar großen Gelände mussten die neun Mannschaften die Situation erkunden, die Einsatztaktik festlegen und die Aufgaben wie im Echteinsatz lösen. Beispielsweise mussten auch Patienten entsprechend ihren Verletzungen versorgt werden.

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Das Hauptziel der Übungen lag darin, in realitätsnahen Einsatzsituationen die Zusammenarbeit zu üben. Jede Feuerwehrgruppe fuhr unabhängig voneinander planmäßig festgelegte Situationen an und musste diese unter Aufsicht von Ausbildern der Berufsfeuerwehr meistern. Fehler wurden gleich angesprochen und diskutiert, sodass die Einsatzkräfte sofort einen Lerneffekt hatten.

Um das Wochenende möglichst abwechslungsreich und interessant zu gestalten, wurden für jede Gruppe drei "Alarmübungen" und sechs themenbezogene Workshops angeboten. Wichtiges Thema im Brand- und Nebelhaus war das taktisch richtige Verhalten von Feuerwehrleuten bei Gebäudebränden. Simuliert wurde ein Brand in einem verwinkelten Wohnhaus, in dem sich noch eine ungewisse Anzahl von Personen aufhielt. Die Anforderungen setzten sich zusammen aus Wahl der richtigen Einsatztaktik, Menschenrettung, Eindringen in verqualmte Räume, Absuchen von Räumen bei Nullsicht, Außen- und Innenangriff sowie dem Erkennen von versteckten Gefahren.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die technische Hilfeleistung. Darunter fallen alle Einsätze, die das Befreien und Sichern eingeklemmter Personen beinhalten, Gefahrguteinsätze, Strahlenschutz und beim Löscheinsatz das Be- und Entlüften, Ausleuchten und Sichern der Einsatzstelle. Bestandteil der Hilfeleistung ist auch die Absturzsicherung.

In den Workshops stand zum einen das "Absuchen von verqualmten Räumen" auf dem Programm. Hier wurden verschiedene Möglichkeiten zum Absuchen verrauchter Gebäude mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen dargestellt. Besondere Beachtung galt der Brand-, Gas- und Explosionsgefahr. Es wurde auf die Gefahren eines Brandherdes in geschlossenen Räumen ausführlich eingegangen und die jeweiligen Einsatztaktiken erläutert. Anhand von praktischen Beispielen wurde schrittweise das Betreten eines Brandraumes geübt. Hierbei wurden besonders die Gefahren wie "Flash Over" oder "Backdraft" behandelt und die jeweiligen Maßnahmen zur Bekämpfung des Brandes, Eigensicherung und Kühlung der Rauchgase trainiert.

Im Workshop "Gefahrguteinsatz" wurden die wesentlichen Verhaltensmaßnahmen im Gefahrguteinsatz anschaulich dargestellt. Dabei wurden beispielsweise die Stofferkundung, Sicherungsmaßnahmen wie Chemikalienschutzanzug (CSA), Gefahrstoffbeseitigung und Reinigung im Dekontaminationsbecken erklärt und praktisch geschult.

Die teilnehmenden Feuerwehrangehörigen aus Kirchheim fassten ihre Erfahrungen positiv zusammen: "Die gelernten Inhalte helfen uns, auch künftig den Schutz der Bevölkerung auf hohem Niveau zu sichern."

as/kaz