Lokales

Schutz von Fauna und Flora reglementieren

Europa gestalten Natur erhalten, so lautet das Motto für Natura 2000, dem europäischen Schutzsystem. Damit haben sich die Staaten der Europäischen Union die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Europa zum Ziel gesetzt. "Lediglich" um die Region ging es bei einer Informaltionsveranstaltung zu diesem Thema im Naturschutzzentrum Schopflocher Alb.

RUDOLF STÄBLER

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LENNINGEN Bereits 1992 beschlossen die beteiligten Staaten mit der FFH-Richtline Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie den Aufbau eines Netzes von natürlichen oder naturnahen Lebensräumen sowie von Vorkommen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, "ohne dass wir eine Käseglocke über diese Gebiete stülpen", wie es der Erste Landesbeamte im Lankreis Esslingen, Matthias Berg ausdrückte. 9000 Hektar des Landkreises sind zum FFH-Gebiet "ernannt", das sind immerhin 14 Prozent der Fläche des Kreises Esslingen.

In Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (LfU), der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege (BNL) veranstaltete der Landkreis eine Informationsveranstaltung zum Thema "Natura 2000 was ist das? Ziel war es, in Fachbeiträgen über den Stand der Umsetzung im Regierungsbezirk Stuttgart zu berichten. Vorgestellt werden sollten Ziele und Kriterien, die Folgen der Gebietsmeldungen, Auswirkungen auf die Landnutzung sowie Fördermöglichkeiten bei der Umsetzung.

Dr. Jürgen Marx (LfU) nannte nochmals das vorrangige Ziel der FFH-Richtlinie, nämlich die Erhaltung der in Europa vorhandenen biologischen Vielfalt beziehungsweise deren Wiederherstellung. Dies soll durch den Aufbau des europaweit vernetzten Schutzgebietssystem Natura 2000 geschehen. Denn durch den Schutz einzelner, isolierter Gebiete könne die biologische Vielfalt nicht dauerhaft erhalten werden. Viele Arten seien nicht nur vom intakten Zustand einzelner Lebensräume, sondern auch von einer Vielzahl solcher Gebiete abhängig, die untereinander über Landschaftselemente wie zum Beispiel Fließgewässer, Böschungen und Hecken vernetzt sein müssten. Die Richtlinie beinhaltet neben dieser Zielsetzung auch naturschutzfachliche Grundlagen und Verfahrensvorgaben zur Errichtung von Natura 2000. So müssen die Mitgliedsstaaten Gebiete benennen, erhalten oder entwickeln, die für bestimmte aus europäischer Sicht besonders schutzwürdigen Lebensräume und Arten von großer Bedeutung sind.

In einem Anhang I zu dieser FFH-Richtlinie sind insgesamt 172 zu schützende natürliche und naturnahe Lebensraumtypen aufgelistet. Davon kommen 51 in Baden-Württemberg vor. Der Anhang II beinhaltet 200 Tier- und 430 Pflanzenarten, die EU-weit als stark gefährdet gelten und deren Lebensräume zu schützen sind. Hiervon findet man 41 Tier- und 12 Pflanzenarten in Baden-Württemberg.