Lokales

Schwäbische Eichen sind nicht nur für Winzer interessant

Die wertvollsten Stämme der aktuellen Holzerntesaison sind nun verkauft. Bei der Wertholzsubmission erzielten Eichen aus dem Landkreis Esslingen wieder Spitzenpreise.

KREIS ESSLINGEN Die Eröffnung der Gebote fand in Göppingen statt. Für insgesamt 2500 Festmeter Holz wurde von den Forstleuten der Zuschlag erteilt. Die teuerste Eiche des gesamten Wertholzverkaufs stammt aus dem Gemeindewald Neckartailfingen. Für den Stamm bezahlten Furnierkäufer stolze 1589 pro Kubikmeter Holz. Förster Jürgen Ernst hatte die Spitzeneiche im Gemeindewald Neckartailfingen zur Fällung ausgesucht.

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Für die Wertholzsubmission wurden die Werthölzer der Forstämter aus den Landkreisen Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und dem Stadtkreis Stuttgart auf den zentralen Wertholzlagerplatz in Unterberken bei Göppingen, dem Gelände eines ehemaligen Bundeswehrdepots, gebracht. Auch der Rems-Murr-Kreis ist mit einem Lagerplatz bei Urbach diesem inzwischen viertgrößten Wertholzverkauf Baden-Württembergs angeschlossen. Über 2500 Festmeter kamen bei dem Verkauf unter den Hammer. 20 Prozent der gesamten Holzmenge stammte aus dem Landkreis Esslingen.

Durch Losverzeichnisse, eine Art Holzkatalog, konnten sich die Kunden über die angebotenen Baumarten, Qualitäten und Dimensionen informieren. Farbe des Holzes, Aufbau der Jahrringe und Form des Stammes sind einige der Auswahlkriterien. Im Februar konnten die Stämme unter die Lupe genommen werden und daraufhin das Angebot schriftlich und geheim abgegeben werden. Das jeweils höchste schriftliche Angebot erhielt den Zuschlag.

Rund 60 Kunden aus fünf Ländern interessierten sich für die Filetstücke des Holzmarktes der Region. Sie gaben insgesamt 12 500 Angebote ab. Die Zahl der Gebote steigerte sich damit in diesem Jahr um 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Etwa die Hälfte der angebotenen Holzmenge ist Eiche. Die Nachfrage nach Eichenholz ist gegenüber dem Vorjahr noch einmal kräftig gestiegen. In der Möbel- und Parkettindustrie hält der Trend weg von den hellen Holzfarbtönen hin zu den mittleren Färbungen weiter an. Aber auch für Fassholz ist Eiche stark gefragt. Nicht selten reifen französische Barrique-Weine in Holzfässern aus schwäbischer Eiche.

Neben Eiche konnten seltenere Baumarten wie Kirsche, Erle oder Ahorn bis hin zu Raritäten wie Elsbeere, Linde, Birne und Schwarznuss ersteigert werden. Mit einem Anteil von rund 25 Prozent entwickelte sich auch das hochwertige Nadelholz zu einem wichtigen Standbein der diesjährigen Submission. Die Nadelholzpreise zogen ebenfalls an.

Der Leiter des Forstamts im Esslinger Landratsamt, Felix Reining, zeigte sich nach der Gebotseröffnung zufrieden: "Die angebotene Holzmenge stieg im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent, aber die Erlöse sind um 25 Prozent höher ausgefallen. Der hohe Aufwand hat sich damit absolut gelohnt."

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