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Schwarz vor Augen aber Siebter

Auf Platz sieben beendete Stefan Sahm den siebten Lauf des Marathon-Weltcups in St. Wendel. Lado Fumic hatte das Rennen wegen einer Erkältung abgesagt.

EDGAR VELOCI

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ST. WENDEL "Ich bin so kaputt", schüttelte Stefan Sahm den Kopf. Regen und 10 Grad Celsius setzten nicht nur ihm mächtig zu. Der Bissinger benötigte schon eine gewisse Anlaufzeit, um auf Touren zu kommen. Das hohe Anfangstempo der zahlreichen Weltklassepiloten konnte er nicht mitgehen.

Nach 26 der 110 Kilometer lag er mit einer knappen Minute Rückstand auf Position 15. "Ich bin gleich am Anfang zurückgefallen", erzählte er. Gemeinsam mit dem Hechinger Torsten Marx gelang es ihm aber, 15 Kilometer später in die Spitzengruppe hineinzufahren. Dann blieb es lange Zeit ruhig, nur wenige, aber erfolglose Attacken wurden lanciert.

Erst nach der letzten Verpflegungszone, rund 20 Kilometer vor dem Ziel, machte der Sindelfinger Marathon-Europameister Hannes Genze ernst. Sechs Fahrer blieben nach seinem Angriff übrig. Sahm war es gelungen, mitzugehen. Als der starke Genze an einem steilen Berg erneut auf das Gaspedal drückte, musste Sahm mit dem Marathon-Weltcup-Führenden Mauro Bettin und dem Niederländer Maarten Tjallingii abreißen lassen. Von hinten kam noch der frühere Dettinger Peter Riis Andersen dazu.

"Irgendwann ist mir dann vor den Augen schwarz geworden. Die letzten fünf Kilometer waren übel. Wäre noch ein steiles Stück gekommen, ich wäre zusammengebrochen", berichtete Stefan Sahm.

Immerhin, den starken siebten Platz mit 2,47 Minuten Rückstand auf Überraschungssieger Yader Zoli (Italien) konnte Sahm ins Ziel retten. Zoli gewann in 4.12,47 Stunden mit 33 Sekunden Vorsprung auf Alban Lakata (Österreich) und 43 Sekunden vor Hannes Genze. Giant-Biker Sahm lag damit vor Leuten wie seinen Teamkollegen Bart Brentjens (Niederlande), Roel Paulissen (Belgien) oder dem Marathon-WM-Dritten Dario Aquaroli. Peter Riis Andersen wurde hinter Bettin und Tjallingii Sechster. Bei den Damen spielten die deutschen Bikerinnen keine Rolle. Sabine Spitz gab nach 50 Kilometern mit defekter Bremse auf. Katrin Schwing wurde Zwölfte.