Lokales

Schwieriges aber wichtiges Projekt auf den Weg gebracht

Bis zum Herbst 2007 soll das "Pflegewohnhaus Lenningen" in Unterlenningen mit etwa 36 Plätzen fertiggestellt sein. Die Evangelische Heimstiftung (EHS) investiert in das Projekt, das in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates vorgestellt wurde, rund 2,8 Millionen Euro.

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN "Das Projekt passt zum einen zu den Sanierungsmaßnahmen, die in Unterlenningen anstehen und zum anderen in unser Konzept Älter werden in Lenningen. Es trägt der gesellschaftlichen Veränderung Rechnung", sagte Lenningens Bürgermeister Schlecht zu Beginn der Vorstellung. Mit dem Pflegewohnhaus gehe es nun projektbezogen voran, um alle Aspekte der Altenarbeit abdecken zu können. "Mit der EHS haben wir einen seriösen und kompetenten Partner gewonnen", freut sich der Schultes.

Ralf Oldendorf, Bereichsdirektor Bau und Marketing bei der Evangelischen Heimstiftung, stellte das Projekt dem Gemeinderat vor. Im Pflegewohnhaus in Unterlenningen, das direkt an der Bundesstraße liegen wird, werden zwischen 35 und 37 Plätze entstehen. "Wohnen im Ort ist im Kommen", weiß der Fachmann. Im hinteren Bereich können die pflegebedürftigen Menschen auf den Kindergarten blicken und bei schönen Wetter den Kleinen beim Spielen zusehen. "Diese Nachbarschaft ist für beide Einrichtungen eine Bereicherung", so die Erfahrung von Ralf Oldendorf. Eine Glasfront auf Höhe der geplanten Bushaltestelle an der Kirchheimer Straße sorgt für eine aufgelockerte Bauweise und hat zudem den Vorteil, dass die Bewohner in dem dort geplanten Gemeinschaftsraum am Leben außerhalb des Hauses teilnehmen können.

"Die für das Projekt benötigten Flächen sind alle im Eigentum der Gemeinde", stellte Michael Schlecht klar. Außerdem gibt es mittelfristig eine Option auf die Erweiterung des Pflegewohnhauses auf der Ostseite des Komplexes. "Die Gebäudefront ist kein Riegel", sagte Michael Schlecht im Hinblick auf den städtebaulichen Aspekte. Ihm ist bewusst, dass es sich um ein schwieriges Projekt handelt, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Bauarbeiten nahe der B 465 ablaufen.

Die EHS strebt eine schnelle Realisierung des Pflegewohnhauses an. Spätestens bis zum Herbst 2007 sollen die ersten Bewohner einziehen können. Die Kosten belaufen sich auf rund 2,8 Millionen Euro. Auch an Stellplätze ist gedacht, insgesamt werden es zwölf an der Zahl sein. Die Bauarbeiten sollen an einen Generalunternehmer vergeben werden. "Dieser muss alle örtlichen Unternehmer anfragen", verspricht Ralf Oldendorf. Die EHS nehme bei ihren Aktivitäten Rücksicht auf bestehende Strukturen und entwickle diese im Einvernehmen und im Interesse der Partner vor Ort.

Die EHS, die knapp 5600 Mitarbeiter beschäftigt, ist Mitglied im Diakonischen Werk der Landeskirche, jedoch ein selbstständiger Verein. Schwerpunkt der Arbeit ist die Altenhilfe. Einrichtungen unterhält die EHS in ganz Württemberg, beispielsweise auch in Plochingen, Boll oder Uhingen, aber auch das Haus an der Teck in Dettingen gehört ihr an. Von der Nähe zwischen Dettingen und Lenningen versprechen sowohl die Gemeinde, als auch die EHS Synergieeffekte. "Wir sind verlässliche aber auch kritische Partner", so Michael Schlecht. Der Schultes unterstützt die Ansiedlung des Pflegeheimes. "Gemeinsam mit dem vom Lenninger Netz vorangetriebenen Projekt Betreutes Wohnen zu Hause sowie den Überlegungen zum Bau einer altersgerechten Wohnanlage unterstreicht das Pflegewohnhaus das Ziel der Gemeinde, für alle gesellschaftlichen und altersbezogenen Gruppierungen Lebensmöglichkeiten in Lenningen anbieten zu können", erklärte er.