Lokales

Scool-Abo im Landkreis auf Erfolgskurs

Das hätte 1999 niemand für möglich gehalten: Damals ging der Kreis von rund 135 000 verkauften Schülermonatsfahrkarten im Schuljahr 2003/2004 aus. Tatsächlich waren es knapp 150 000 Schüler-Tickets. Gegenüber '99 stieg allerdings auch das Defizit des Landkreises bei der Erstattung der Schülerbeförderungskosten um ein Vielfaches an.

RICHARD UMSTADT

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ESSLINGEN Monatskarten im Scool-Abo waren im Schuljahr 2002/2003 noch gefragter als im Schuljahr zuvor. Dies ging aus einem Bericht hervor, den die Kreisverwaltung gestern dem Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistags vorlegte. Gegenüber dem Schuljahr 2001/2002 wurden allein im Scool-Abo 13 061 Tickets mehr verkauft.

So bezeichnete denn auch Landrat Heinz Eininger die Nutzung des ÖPNV durch die Schüler als einen tragenden Pfeiler des öffentlichen Nahverkehrs. Doch die Medaille "erfolgreiches Scool-Abo" hat auch eine Kehrseite: "Wir hatten bis 2002/2003 ein steigendes Defizit von zuletzt 2,8 Millionen Euro", was einem halben Punkt Kreisumlage gleichkomme. Ausgelöst wird dieses Defizit vor allem durch steigende Kosten bei den Vertragsfahrten zu den Förderschulen und Grundschulförderklassen.

Durch den Wegfall der Drei-Kilometer-Grenze in der Schülerbeförderungssatzung stiegen die Verkaufszahlen des Scool-Abos nochmals sprunghaft, und zwar um rund 14 Prozent, nach oben. Da gleichzeitig der Kreiszuschuss von 12,70 Euro auf 10,80 Euro reduziert wurde, verursacht der Wegfall der Drei-Kilometer-Grenze dem Kreis voraussichtlich keine zusätzlichen Kosten. Gesicherte Ergebnisse liegen aber erst nach einem Jahr vor.

Der ÖPNV werde in den kommenden Jahren den Kreishaushalt so stark belasten, dass man um eine Erhöhung des Eigenanteils nicht herumkommen werde, meinte der Landrat.

Die Fraktionssprecher freuten sich über die Akzeptanz des ÖPNV bei den Schülern, ohne die Kostenseite aus dem Blick zu verlieren. Weilheims Bürgermeister Hermann Bauer, Freie Wähler, wies auf die Verlagerung der Schülerbeförderungskosten vom Land auf den Landkreis hin. "Das war zu Beginn alleine Sache des Landes."

Sonja Spohn, SPD, wies auf Härtefälle hin und bat die Verwaltung, diese im Zusammenhang mit Hartz IV im Auge zu behalten. Im vergangenen Schuljahr machten die Härtefälle, in denen der Kreis die Fahrtkosten übernahm, 5 Prozent aus.