Lokales

Sechs Jahre intensive Arbeit für die Ortschronik



JOACHIM KRUG

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SCHLIERBACH Seit rund sechs Jahren hat ein Autorenteam, in dem sich zahlreiche Schlierbacher befinden, unter der Leitung von Kreisarchivar Walter Ziegler und Assistenz des Konrad-Verlags mehr als 500 Seiten Text und Bilder erarbeitet, in denen mehr als 700 Jahre Schlierbacher Geschichte dargestellt werden.



Fünf Arbeitseinheiten wurden erarbeitet: Von 1275 bis zum 16. Jahrhundert (Autor Rolf Götz), bis 1806 (Rosemarie Reichelt), bis 1918 (Gabriele Mühlnickel-Heybach), bis 1948 (Rainer Kilian) und bis zum Jahr 2004 (Bürgermeister Paul Schmid in Zusammenarbeit mit Mühlnickel-Heybach).



Die Frage nach dem Sinn einer Schlierbacher Ortschronik beantwortet der Bürgermeister mit der Tatsache der vollständigen Zerstörung des bestehenden Ortsarchivs durch den Brand des früheren Rathauses infolge eines Fliegerangriffs im April 1945. Schon kurz nachdem Schmid 1986 zum ersten Mal zum Bürgermeister Schlierbachs gewählt wurde, wurde aus der Gemeinderatsmitte und vom damaligen Rektor Richard Häberle angeregt, eine neue Chronik zu erstellen. Doch erst Ende der 90er-Jahre reifte der Plan endgültig und ein Arbeitskreis nahm die Arbeit auf. Aus besagtem Grunde war es jedoch nicht möglich, einfach ins Gemeindearchiv zu gehen und vorhandene Unterlagen auszuwerten, sondern die Autoren mussten im ganzen Land ausschwärmen, um an vorhandene Urkunden ranzukommen. Staatliche und kirchliche Archive aus der näheren und weiteren Umgebung Schlierbachs wurden angegangen. Dazu hat sich die Gemeinde der Mitarbeit der genannten Autoren versichert, die über archivarisches, beziehungsweise historisches Wissen verfügen.



Auch der Konrad-Verlag in Weißenhorn, das Bildarchiv Kurt Molls und zahlreiche Schlierbacher Autoren haben sich bleibende Verdienste am Zustandekommen der Schlierbacher Ortschronik erworben. Schlierbacher Mitarbeiter sind Bernd Budde (Forstrevier), Walter Haller (Vereine), Hans Höfer (Gaststätten), Georg Hug (Katholische Kirche), Inge Kälberer (Evangelische Kirche), Marga Lorch (Persönlichkeiten), Manfred Pohl (unter anderen Post und Vertriebene), Susanne Raible (Neuapostolische Kirche), Volker Seybold (Evangelisch-methodistische Kirche) und Waldtraud Wild (Schule).



Neben der eigenständigen Ortschronik haben die genannten Autoren Sonderartikel zu den Themen verfasst, die für Schlierbach von he-rausragender Bedeutung sind. Paul Schmid beschäftigt sich in seinen Beiträgen unter anderem mit dem Thema Schlierbach am Neckar-Donau-Kanal, mit der Geschichte des Rathauses, dessen 1901 errichteter und 1945 zerstörter Bau neben der Gemeindeverwaltung auch die Polizei, die Feuerwehr, eine öffentliche Badeanstalt und die Schule beherbergte. Eine ganz andere Entwicklung hätten Schlierbach und die Umgebung bestimmt genommen, wenn die Erdölsuche auf Schlierbacher Gemarkung (in Richtung Bünzwangen) in den 60er-Jahren von Erfolg gekrönt worden wäre. Auch darüber ist in der Ortschronik ausführlich die Rede.

Das 1901 gebaute Rathaus, die evangelische Kirche und die Hauptstraße zeigt der Gruß aus Schlierbach von 1910.