Lokales

Sechseinhalb Meter scheinen vielen zu wenig

Diskussionsstoff bescherte der Schlierbacher Gemeinderatssitzung die Vorstellung der Vorplanung für die Anbindung des Gewerbegebiets an die B 297. Besonders die vom Ingenieurbüro Schädel vorgeschlagene Straßenbreite von 6,50 Metern sorgte bei einigen Gemeinderäten für Unmut. Sie sorgen sich um die Akzeptanz beim erwarteten Schwerlastverkehr.

VOLKMAR SCHREIER

Anzeige

SCHLIERBACH Der Schwerlastverkehr soll weg von der Auchtertstraße. Dafür will Bürgermeister Paul Schmid auch weiterhin eintreten. Mittlerweile, so sein Bericht, liegt auch die Zustimmung vom Land vor, die Maybachstraße im Industriegebiet zu verlängern und an die B 297 anzubinden. Einigkeit herrschte im Ratsrund darüber, den Anschluss an die B 297 wie von Planer Stoll vom Ingenieurbüro Schädel vorgestellt zu realisieren. Die Planung sieht vor, die Bundesstraße im Einmündungsbereich zu verbreitern und aus Fahrtrichtung Kirchheim eine Rechtsabbiegespur sowie von Göppingen her eine Linksabbiegespur zu realisieren. Damit auch große Lastwagengespanne die neue Einfahrt in die Maybachstraße problemlos befahren können, so Stoll, müssten allerdings die Kurvenradien großzügig bemessen werden. Auch eine Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer wurde in der Planung berücksichtigt: Über eine Mittelinsel im Einmündungsbereich soll die B 297 sicher in mehreren Etappen überquert werden können.

Kritik erntete der Vorschlag des Ingenieurbüros, die neue Straße zwischen der Einmündung und dem jetzigen Ende der Maybachstraße nur in einer Breite von 6,50 Metern zu bauen. Gemeinderat Kurt Moll, CDU, äußerte Zweifel, ob die Straße überhaupt vom Verkehr akzeptiert würde. "Alle anderen Straßen im Industriegebiet sind immerhin 8,50 Meter breit", stellte er fest. Sein Fraktionskollege Horst Gasper rechnete vor, dass heutzutage ein Lkw bis zu 3,10 Meter breit sein könne. Begegneten sich zwei solche Brummis, blieben bei der vorgeschlagenen Straßenbreite gerade noch 30 Zentimeter Spielraum. Ein flüssiger Begegnungsverkehr sei so ja wohl kaum möglich. Er plädierte nachdrücklich für eine Straßenbreite von 8,50 Metern. Die Aussage des Straßenbauamts, Straßen dieser Breite würden heute nicht mehr gebaut, stieß bei ihm auf keinerlei Verständnis.

Bürgermeister Schmid machte nochmals deutlich, dass seiner Meinung nach nicht die tatsächliche Straßenbreite, sondern der Einmündungsradius von der B 297 her für die Akzeptanz der neuen Straße entscheidend sei. Und eine Verbreiterung der Straße auf acht Meter oder mehr hätte wohl nur den Effekt, dass an den Straßenrändern geparkt werden würde.

Kurt Moll hingegen sieht hier kein Problem. Er stellte den Antrag, das Ingenieurbüro zu bitten, nochmals die Varianten mit sieben respektive 7,50 Metern Straßenbreite zu planen und darzustellen. Diesem Antrag wurde dann auch bei einer Stimmenthaltung stattgegeben.

Weiteres Thema war die Neubestellung von ehrenamtlichen Gutachtern für den Gutachterausschuss. Einstimmig vom Gemeinderat dafür bestellt wurden Karl Weiler als Vorsitzender, Klaus Dieter Haller als stellvertretender Vorsitzender sowie Martin Rückschloß, Walter Holzknecht und Willi Reich.

Ebenfalls beschäftigen musste sich der Rat mit der Anpassung der Kindergartenentgelte. Hier orientiert sich die Gemeinde an den Empfehlungen des Landesrichtsatzes. So werden Familien mit einem Kind für das Kindergartenjahr 2005/2006 75 Euro und für das Kindergartenjahr 2006/2007 77 Euro Elternbeitrag zahlen müssen. Für ein Kind aus einer Familie mit zwei Kindern müssen 57 Euro respektive 59 Euro Beitrag bezahlt werden. Wie in den vergangenen Jahren auch, beschloss der Gemeinderat, Wohngeldempfängern bei Vorlage des Wohngeldbescheids die Beiträge auf die Hälfte zu reduzieren.

Im Berichtsteil teilte Schmid mit, dass nun die Bestätigung der Haushaltssatzung vorliege. Demnach betrage die Deckungslücke im Haushalt der Gemeinde im Jahr 2005 rund 15 500 Euro. Allerdings werde sich die Haushaltslage der Gemeinde in den kommenden Jahren insbesondere durch die Kreisumlage weiter verschärfen. Man müsse sich deshalb schon jetzt Gedanken darüber machen, wie die Gemeinde über Ausgabenkürzungen, Grundstückserlöse und Gebührenerhöhungen einen tragfähigen Haushalt hinbekomme.