Lokales

Seen können lebensgefährlich sein

Die aktuellen Minustemperaturen lassen die Wasseroberfläche der Seen und Teiche gefrieren und märchenhafte Landschaften in Eis und Schnee erfreuen das Auge. Die Natur lockt zu winterlichen Ausflügen in die Naherholungsgebiete. Aber Vorsicht ist angesagt, denn es droht akute Lebensgefahr.

KREIS ESSLINGEN In den letzten beiden Wintern sind in Deutschland vierzehn Menschen in zugefrorenen Gewässern ums Leben gekommen, deren Eisdecke zu dünn war. Im Kreis Esslingen ist zuletzt ein Familienvater bei der Rettung seines Kindes auf dünnem Eis eingebrochen und umgekommen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Bezirk Esslingen empfiehlt mit dem Schlittschuhlaufen oder einem Eisspaziergang lieber noch etwas zu warten. Die Lebensretter wissen: Die Idylle ist oft trügerisch. "Eis braucht Zeit um tragfähig zu sein. Mindestens 15 Zentimeter bei stehenden Gewässern, bei Bächen oder Flüssen sollte die Eisdecke sogar mindestens 20 Zentimeter betragen. Wir warnen ausdrücklich vor lebensgefährlichen Situationen auf und an vereisten Gewässern", betont Bernhard Lohr, Pressesprecher der DLRG Bezirk Esslingen.

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Eltern sollten ihre Kinder über die Gefahren, die auf zugefrorenen Seen lauern umfassend informieren. Zugefrorene Gewässer sind oft Gefahrenquellen für Schlittschuhläufer, spielende Kinder und Spaziergänger. Bricht die Eisdecke, so sollte man die wichtigsten Verhaltensregeln beherrschen. Aus diesem Grund hat die DLRG in ihrem Faltblatt "Sicherer im Wasser und auf dem Eis" beschrieben, wie man sich bei Eisunfällen verhalten sollte.

Kindgerecht aufbereitete Eisregeln hält die DLRG auch auf ihrer Homepage im Internet unter der Adresse www.bez-esslingen.dlrg.de bereit. Umsicht und Vorsicht ist unbedingt erforderlich. Verdächtiges Knistern und Knacken muss jeden veranlassen, sich sofort flach auf die Eisdecke zu legen und vorsichtig in Bauchlage das rettende Ufer zu erreichen. Wer durch die Eisdecke durchgebrochen ist, muss versuchen, sich auf die feste Eisschicht zu schieben.

Jede zusätzliche Bewegung ist zu vermeiden, um die gegen Kälte isolierende Luftschicht in der Kleidung, sowie zwischen ihr und dem Körper zu erhalten. Es sollte in einem solchen Fall vorsichtig versucht werden, mit den Füßen die gegenüberliegende Eiskante zu erreichen, um sich wieder auf das Eis zu schieben.

Retter müssen versuchen, durch das Zureichen von Kleidung, Ästen oder ähnlichen Gegenständen die Entfernung zwischen einer sicheren Bauchlage auf der Eisdecke und der Unfallstelle zu überbrücken. Mit Hilfsmitteln wie Bohlen, Brettern, Leitern oder Schlitten können Retter versuchen, die Einbruchstelle zu erreichen.

Verunglückte müssen nach der Rettung so rasch wie möglich von der feuchten Kleidung befreit werden. Die weitere Behandlung erfolgt nach den Regeln der ersten Hilfe bei Kälteschäden. In jedem Fall sollte der Wasserrettungsdienst der DLRG über die Rettungsleitstelle Esslingen ohne Vorwahl direkt mit der Nummer 1 92 22 alarmiert werden.

Tipps und Informationen zum Thema "Verhalten am und auf dem Eis" können bei der Geschäftsstelle des DLRG-Bezirks Esslingen unter der Rufnummer 07 11 / 44 00 96 10, jeder DLRG-Ortsgruppe oder auch im Internet unter www.bez-esslingen.dlrg.de (Eisregeln) abgefragt werden werden. Der Wasserrettungsdienst der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft ist rund um die Uhr unter der einheitlichen vorwahlfreien Rufnummer des Rettungsdienstes 1 92 22 erreichbar.

pm