Lokales

„Sehr gutes“ Angebot

Nahverkehrsplan wird überarbeitet

Ohne Busse und Bahnen würde der Ballungsraum Stuttgart vollends im Verkehr ersticken. Um den ÖPNV den Bedürfnissen anzupassen, wird der Nahverkehrsplan für den Landkreis überarbeitet. Drei Komponenten machen bis zum Jahr 2015 Anpassungen nötig: die S-Bahnverlängerung bis Kirchheim, die Anbindung der Landesmesse und der Rückgang der Schülerzahlen.

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Roland Kurz

Kreis Esslingen. Verspätungen bei Bus und Bahn sind ärgerlich. Meistens. Dass die Fortschreibung des Nahverkehrsplans vier Jahre später kommt als der Rhythmus vorsieht, hat im Verwaltungsausschuss des Kreistags jedoch niemand aufgeregt. Aus dem ersten Plan von 1999 habe man fast alle Prioritäten abgearbeitet und eine „hohe Bedienungsqualität“ erreicht, sagte Landrat Heinz Eininger zufrieden. Dies sei dem finanziellen Engagement des Landkreises und seiner Kommunen zu verdanken. Allein der Kreis buttert jährlich 36 Millionen Euro in den Öffentlichen Personennahverkehr rein. Das Angebot gelte es „zu erhalten und maßvoll weiter zu entwickeln“, auch um das Klima zu schützen.

Am Finanzschlüssel zwischen Kreis und Kommunen – 70:30 bei überörtlichen Verbindungen – will Eininger festhalten. Doch die Gelegenheit, im 150-Seiten-Schmöker über die Lastenverteilung zwischen Kreis, Region und vor allem Landeshauptstadt zu meckern, lässt der Landrat natürlich nicht aus.

Den ÖPNV-Anteil von 15,7 Prozent findet die Kreisverwaltung „sehr gut“. Bis 2015 erwartet sie nur eine minimale Veränderung: 16,1 Prozent. Der gesamte Verkehr werde aber, obwohl die Bevölkerungszahl leicht abnimmt, um 3,8 Prozent steigen. Einstellen müssen sich die Planer und die Unternehmer, dass die Schülerzahl bis 2015 um 7 700 (minus 12 Prozent) sinkt. Schüler sind neben den Pendlern das Rückgrat des ­ÖPNV. Auf der anderen Seite nimmt die Zahl der Studenten in Esslingen und in Nürtingen zu. Außer der Tüftelei und Rechnerei bei Bus- und Zugverbindungen steht die Barrierefreiheit und die Qualität der Fahrzeuge im Blickpunkt. Niederflurbusse plus höhere Bordsteinkanten sollen Behinderten und Senioren den Einstieg erleichtern.