Lokales

„Seilschaften, die‘s miteinander können“

50 Jahre DRK-Bergwacht Bereitschaft Lenningen – Jubiläumsempfang zum Auftakt des Festjahres

Auf eine 50-jährige Geschichte kann die DRK-Bergwacht Bereitschaft Lenninger Tal zurückblicken. Dies war gebührender Anlass für die ehrenamtlichen Retter, im Rahmen eines Jubiläumsempfangs in der Oberlenninger Turn- und Festhalle die Aktivitäten der vergangenen fünf Jahrzehnte Revue passieren zu lassen und verdiente Mitglieder zu ehren.

Anzeige

richard umstadt

Lenningen. Die Anfänge der Bergwacht gehen ins Jahr 1920 zurück. Damals wurde in München die Bergwacht gegründet, um die Natur zu schützen und in Bergnot geratene Bergsteigern zu helfen. Als die Wanderer, Kletterer und Skifahrer auch in den Mittelgebirgen wie der Schwäbischen Alb immer mehr zunahmen, wurde 1937 auch in Württemberg eine Bergwacht gegründet. Seit dieser Zeit ist im Bergrettungswesen viel geschehen. Das ursprüngliche Ziel allerdings blieb bis heute das Gleiche, wie Dieter Beuttel, Rolf Groh und Ralf Wurster in ihrer Chronik deutlich machten: Menschen in Not zu helfen, die Natur zu schützen und dabei den „Grundpfeiler“, die Basis aller guten Bergwachtarbeit, die Kameradschaft, nicht zu vergessen. Sicher wurde diese im Laufe der Vereinsgeschichte der Lenninger Bereitschaft des Öfteren auf die Probe gestellt. Etwa 1964 beim Bau der „Bergwachtrettungsstation Donnstetten“, deren Erstellung viel Handarbeit und Idealismus erforderte. Doch erwiesen sich die im wahrsten Sinne des Wortes positiv gemeinten „Seilschaften, die‘s miteinander können“, so Landesleiter Günter Wöllhaf, auch genau so oft als tragfähig und erfolgreich. Und dies lag nicht zuletzt daran, dass mit der „alten Garde“ im Laufe der Zeit bereits die junge heranwuchs.

Hatten in den 60er- und 70er-Jahren langanhaltende, schneereiche Winter zur Verlagerung der Rettungseinsätze auf die kalte Jahreszeit geführt, so wurden in den 90ern die Einsätze durch Sportarten wie Gleitschirmfliegen, Drachenfliegen und Mountainbiking zahlreicher. Darüber hinaus war und ist die Bergwacht auch international im Rettungseinsatz, etwa 1988 nach dem schweren Erdbeben in Armenien, während des Golfkriegs 1991 in der Osttürkei im Zuge der sogenannten „Kurdenhilfe“ und beim Schneechaos im Bayrischen Wald 2006, wo vier Mann der Lenninger Bereitschaft die Helfer der Bundeswehr, Feuerwehr und des THW auf den Dächern absicherten.

Als „seltenes Vorkommnis“ charakterisierte Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht die Tatsache, dass auf Lenningens Gemarkung drei Bergwacht-Bereitschaften ihr Domizil aufgeschlagen haben – die Bereitschaft Lenninger Tal, die Stuttgarter und die Esslinger. „Das gibt ein Gefühl der Sicherheit“, freute sich der Bürgermeister, wusste aber auch von manch leichtsinnigem „Luftschnapper“ zu berichten, dem die Retter aus der Patsche helfen mussten. Bei solchen Einsätzen ist eine gute Ausbildung und Ausrüstung unerlässlich, stellte Schlecht fest und zollte der ehrenamtlichen Arbeit der Lenninger Bergwacht großen Respekt. Dabei vergaß er auch nicht, die Führungsriege um Hans-Dieter Layh für ihre gute Jugendarbeit zu loben.

Für den DRK-Kreisverbandsvorsitzenden, Nürtngens Bürgermeister Rolf Siebert, nimmt die Bergwacht im Kreisverband eine besondere Stellung ein, wie er sagte. Sie ist Teil der Rettungskette in Baden-Württemberg und sowohl im Rettungsgesetz als auch im Naturschutzgesetz verankert. „Die Sicherheit der Bürger ist Teil des staatlichen Grundauftrags.“ Siebert erinnerte daran, dass die Bergwacht Bereitschaft Lenninger Tal als Glied des Rettungszuges Baden-Württemberg auf Anforderung auch im Ausland tätig ist. Insgesamt gibt es in Württemberg 19 Bergwacht-Bereitschaften. Die DRK-Bergwacht zählt im Land über 2 000 Mitglieder.

Bereitschaftsleiter Hans-Dieter Layh und Landesleiter Günter Wöllhaf überraschten Frieder Bauer, Dieter Beuttel, Gunther Hering, Richard Neubauer und Wolfgang Reichle mit der Ernennung zu Ehrenmitgliedern der Bereitschaft Lenninger Tal.Für zehnjährige Mitgliedschaft wurde Torsten Rehn ausgezeichnet, für 30-jährige Mitgliedschaft Emil Baumeister, für 40-jährige Rolf Groh und die Vereinsgeschichte von anfang an erlebten Dieter Beuttel, Gunter Hering, Richard Neubauer und Wolfgang Reichle.