Lokales

Seit 25 Jahren Pro Familia

Grund zum Feiern gibt es bei Pro Familia in Kirchheim: Die Stelle für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung kann auf ein 25-jähriges Bestehen in der Stadt unter der Teck zurückblicken.

KIRCHHEIM Bereits am 21. Januar 1980 wurde der Verein "Pro Familia Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung Kirchheim und Umgebung" ins Leben gerufen. Der Vereinsname nahm seinerzeit Rücksicht auf Bestrebungen in Esslingen, dort ebenfalls einen Ortsverband zu gründen. Aufgabe war es, Träger einer zu gründenden Beratungsstelle zu sein. Erster Vorsitzender wurde Gerd Heinrichs, der dieses Amt bis heute innehat.

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Dank emsiger Aktivitäten des Vorstandes gelang es, Räume anzumieten und auch qualifiziertes Personal zu finden. So konnte die Beratungsstelle im August 1981 den Betrieb in der Limburgstraße aufnehmen. Das Team war trotz etwas abgelegener Lage froh, ein Domizil gefunden zu haben, gab es doch damals noch erhebliche ideologische Vorbehalte gegen Pro Familia.

Der Haushalt des Vereins basierte von Beginn an auf einer Mischfinanzierung aus Mitteln des Landes, des Kreises, der Kommunen und eigenen Einnahmen aus Spenden, Bußgeldern oder Mitgliedsbeiträgen. Allerdings zieht sich das Thema Finanznot wie ein roter Faden durch die 25-jährige Geschichte der Einrichtung, deren Angebote längst nicht mehr aus Stadt und Kreis wegzudenken sind. Die zuverlässige Unterstützung durch die Stadt Kirchheim und den Kreis Esslingen bewährte sich auch in Krisensituationen.

Der Träger wurde 1984 in "Kreisverband Esslingen" umbenannt, nachdem sich dort die Planungen zur Gründung eines eigenen Vereins zerschlagen hatten. Seit 1986 wird eine Neben-Beratungsstelle in Nürtingen betrieben.

Weiter war die Beratungsstelle in Kirchheim Initiator und Keimzelle eines neuen Angebots, nämlich der Beratungsstelle "Kompass" gegen sexuelle Gewalt. Diese entstand 1991. Aus organisatorischen Gründen wurde 1993 ein eigener Trägerverein gegründet, dessen Vorstand zunächst in Personalunion die Pro-Familia-Vorstandsmitglieder Gerd Heinrichs, Professor Jörg Bauer und Brigitte Schaefer mit übernahmen.

Wegen des vergrößerten Beratungsangebots war es im Laufe der Jahre in der Limburgstraße viel zu eng geworden. Im Juni 1992, also vor 14 Jahren, konnten beide Beratungsstellen auf zwei Etagen in die Kirchheimer Wellingstraße 8 bis 10 umziehen. Die Voraussetzungen für die Ratsuchen und auch die Mitarbeiter hatten sich dadurch wesentlich verbessert. Die Pro-Familia-Beratungsstelle befindet sich heute noch dort, Kompass hat inzwischen wiederum größere Räume in der Marstallgasse 3 gefunden.

Während des gesamten Vierteljahrhunderts hatte die Beratungsstelle nur zweimal einen Leitungswechsel. Auf Marie-Luise Schrimpf-Rager folgte Anne Schreyer-Schubert. Im Jahr 1993 übernahm Dr. Brigitte Schmitt die Leitung, die bereits seit 1986 bei der Beratungsstelle tätig war. Fast ein Vierteljahrhundert hielten die Vorstandsmitglieder Brigitte Schaefer und die Erstkontaktkraft Renate Drechsler der Pro Familia die Treue. Mittlerweile folgte Christine Fischer auf Renate Drechsler. Zum Team um Dr. Schmitt gehören außerdem Diplom-Psychologe Joachim Elgert, Diplom-Sozialpädagogin Christel Walker und Diplom-Sozialarbeiterin Andrea Reicherzer.

Das Jubiläum wird am kommenden Freitag mit einem Festakt gebührend gefeiert.

ist/pm