Lokales

Selbst gebastelte Katzenfallen

Vier Katzen sind innerhalb kurzer Zeit in der Wohnanlage Plochinger Straße in Kirchheim verschwunden. Dies rief eine besorgte Anwohnerin auf den Plan, die den Tierschutzverein informierte.

KIRCHHEIM Die Idylle, Wohnen im Grünen mitten in der Stadt, war mit einem Schlag für alle Tierbesitzer der Anlage vorbei. Alle verschwundenen Tiere lebten schon länger in der Wohnanlage und waren zuverlässig, längere Streunerzeiten waren bisher nicht vorgekommen.

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Nachdem eine sehr auf die Familie bezogene Katze zwei Tage fehlte, vermuteten die Besitzer nichts Gutes. Ihre Vorahnung wurde bestätigt, als ihr Tigerchen mit einer Drahtschlinge um den Bauch unter Schmerzen schreiend wieder auftauchte. Wie durch ein Wunder konnte sich das Tier aus der Falle befreien und sich nach Hause retten. Auch der seit einigen Tagen fehlenden Nachbarskatze gelang es sich zu befreien, sie trug die Schlinge noch um den Hals.

Eine Untersuchung durch den Tierarzt bestätigte die Befürchtungen, dass es sich hier um eine selbst gebastelte Katzenfalle handelt. "Das ist eine besonders grausame Art der Tierquälerei. Durch den Widerstand der Tiere zieht sich die Schlinge Stück für Stück immer mehr zu und die Tiere strangulieren sich zu Tode", beschreibt eine Mitarbeiterin des Kirchheimer Tierschutzvereins die Wirkungsweise dieser tierverachtenden Aktion.

Für zwei der schon länger vermissten Katzen muss nun mit dem Schlimmsten gerechnet werden. Die entsetzten Tierfreunde möchten deshalb alle Anwohner bitten, verdächtige Wahrnehmungen im Umfeld der Wohnanlage dem Tierschutzverein, Telefon 0 70 21/7 18 12, oder der Polizei, Telefon 0 70 21/50 10, mitzuteilen. Für alle Freigängerkatzen bedeutet dies erst einmal eingeschränkten Auslauf.

Der Vorsitzende des Tierschutzvereins Joachim Blessing hofft, dass durch die Sensibilisierung der Anwohner keine weiteren Katzen verschwinden und möchte in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass Tierquälerei eine strafbare Handlung darstellt.

ina