Lokales

Selbstbestimmt leben

Das Projekt "Bridge" der Lebenshilfe Baden-Württemberg will Brücken bauen in die Gemeinde. Bei der Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Kirchheim stellten die Projektleiter Sandra Fietkau und Stephan Kurzenberger die neue Initiative vor.

KIRCHHEIM Mit "Bridge" will die Lebenshilfe in den nächsten drei Jahren die Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft voranbringen. Sandra Fietkau und Stephan Kurzenberger erläuterten bei der Mitgliederversammlung in Kirchheim, dass Menschen mit Behinderung ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben haben. Sie sollen am Leben in der Gemeinde teilhaben, mit dabei sein und sich ihre Lebensart selbst aussuchen können. Dies umfasse der neue Fachbegriff "Inklusion".

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"Wie bei Menschen ohne Behinderung", so Stephan Kurzenberger, "gliedert sich auch das Leben von Menschen mit Assistenzbedarf in die Bereiche Wohnen, Arbeit und Freizeit." Um in allen diesen Bereichen selbstbestimmt wählen zu können, bedürfe es noch einiger Veränderungen. Hierfür nannte Sandra Fietkau einige Beispiele wie neue Wohnformen für Singles, Paare oder kleine Wohngemeinschaften. Zudem müssen verschiedenartige Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden werden und normale Freizeitangebote für alle Bürgerinnen und Bürger müssen auch für Menschen mit Behinderung zugänglich sein.

Nach der Vorstellung der Projektideen und Zielsetzungen tauschten sich die Mitglieder in Gesprächsrunden aus, um ihre positiven und auch negativen Erfahrungen auszutauschen. So trafen sich bereits in den zurückliegenden Monaten Eltern mit demnächst erwachsenen Menschen mit Behinderung, um ihre Vorstellungen zu den zukünftigen Wohnformen in der Nähe von Nichtbehinderten, jedoch mit der notwendigen Unterstützung und Begleitung auszutauschen. Für den Bereich Arbeit entstanden auch Ideen und Anregungen, die auf der Mitgliederversammlung mit Mirco Theil, dem Vertreter der örtlichen Werkstatt für behinderte Menschen (WEK), ausgetauscht wurden.

Zur Umsetzung dieser Ziele im Rahmen des Projekts "Bridge" sucht die Lebenshilfe Interessierte, Freiwillige, Partner und Bürger, die gemeinsam den Weg in die Gemeinde für Menschen mit Behinderung ebnen und Brücken bauen wollen. Im Rahmen des Projekts sollen inklusive Modellprojekte vor Ort realisiert und so das Wunsch- und Wahlrecht für Menschen mit Behinderung Stück für Stück umgesetzt werden. Außerdem ist auch eine PR-Kampagne geplant, um die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass Menschen mit Behinderung kompetente Bürgerinnen und Bürger unserer Gesellschaft sind.

Im weiteren Verlauf der Mitgliederversammlung berichtete die Vorsitzende Bärbel Kehl-Maurer über die Schwerpunkte wie den Ausbau des ambulant betreuten Wohnens, ein gelungenes Sommerfest zusammen mit dem AKB und dem Jubiläum anlässlich zehn Jahre gemeinsamen Erziehung im Carl-Weber-Kindergarten, zu dem die Lebenshilfe viel Anerkennung erfuhr. Ein Schwerpunkt bildet die Werbung, Anleitung und Qualifizierung von Freiwilligen in der Begleitung von Menschen mit Behinderung.

Die Mitglieder der Stiftung Lebenshilfe Kirchheim konnten in diesem Jahr erstmals Zuwendungen aus den Erlösen für den Umzug ins ambulant betreute Wohnen sowie die Gewinnung von Freiwilligen festlegen.

Neu in den Vorstand der Lebenshilfe Kirchheim gewählt wurde Birgit Schweizer, die sich um die Belange des Carl-Weber-Kindergartens kümmern wird.

pm

INFOWeitere Informationen über Inklusion und über BRIDGE sind erhältlich auf der Projekt-Homepage www.bridge-lebenshilfe.de oder direkt bei den Projektleitern Sandra Fietkau und Stephan Kurzenberger, Telefon 0711/2558924.