Lokales

Selbstbewusstes Statement: "Ich bin alt und gehöre dazu"

"Ich bin alt und gehöre dazu." Diese selbstbewusste Aussage formulierte Diakon Jochen Stahl anlässlich der Jahreshauptversammlung des Vereins Forum Altern in seinem Impulsreferat. Der Einladung in die Schlossberghalle waren rund 50 Mitglieder gefolgt.

DETTINGEN Der Vorsitzende Rudi Dölfel betonte in seiner Begrüßungsrede, dass das Forum Altern zwischenzeitlich einen festen Platz in der Dettinger Vereinsfamilie erworben habe und zu einer Institution in der Dettinger Seniorenarbeit geworden sei. Die Programm- und Hilfeangebote würden gerne angenommen nach wie vor sei aber das größte Problem, Schwellenängste zu überwinden und Hilfe anzunehmen.

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Auf den Verein kämen weitere Aufgaben zu, so Jochen Stahl, und der Kreis der ehrenamtlich Tätigen müsse größer werden. Immerhin biete der Verein Anlaufstation an fünf Tagen in der Woche, um bei verschiedenen Aufgaben und Anfragen helfen zu können. Anka Kosch und Jochen Stahl würden bei ihren Aufgaben in der Programmgestaltung noch die regelmäßige Büropräsenz von Montag bis Freitag zwischen 9.30 und 11 Uhr sicherstellen. Darüber hinaus sei Jochen Stahl auch außerhalb der Bürozeiten erreichbar.

In seinem Referat thematisierte Jochen Stahl die selbstbewusste und fast trotzige Aussage: "Ich bin alt und gehöre dazu." Mit anschaulichen Beispielen, auch aus seinem eigenen Familienkreis, beschrieb er die Notwendigkeit, bewusst "Ja" zu sagen zum Altern und sich nicht der Resignation hinzugeben im Sinne von: "es ist eben so". Jedes Alter habe seine spezifische Aufgabe und Funktion und mit den langjährigen Erfahrungen der Älteren, insbesondere mit Misserfolgen und in der Überwindung von Fehlschlägen, könne die jüngere Generation nicht mithalten. Dem Jugendlichkeitswahn zu verfallen und das eigene Altern zu leugnen sei fatal das Altern hole einen dann eben schlagartig ein. Klüger sei es, sich auf ein kontinuierliches Altern einzulassen und bewusst und auch mit Stolz dazu zu stehen. Den meisten der Anwesenden sprach er damit wohl aus der Seele.

Im Anschluss an das Referat wurden die Berichte über die einzelnen Tätigkeiten des letzten Jahres erstattet. Das Protokollieren ist Aufgabe von Holger Schmidt. Die Öffentlichkeitsarbeit liegt in der Verantwortung von Rudi Dölfel.

Als Jour-Fix-Termine, für die im Wesentlichen Jochen Stahl verantwortlich zeichnet, sind die Kurse "Englisch für die Reise" und in der Reihe "Gesund und fit" die Veranstaltungen zu den Themen "Sturzprophylaxe", "Fit im Kopf", "Schlaganfall was nun Schlaganfall was tun?" zu nennen. Weitere Angebote waren ein Wohlfühlprogramm, geistige Aktivierung und körperliche Entspannung, das Gedächtnis fit halten und Tanzen im Sitzen.

Auch der wöchentliche Dienstags-Mittagstisch im Gemeindezentrum Guckenrain läuft unter der Regie von Jochen Stahl in Zusammenarbeit mit 55plus, hier wirken in der Regel sechs bis sieben Helfer von Forum Altern mit. Der wöchentliche Mittwochs-Mittagstisch unter der Betreuung von Anka Kosch und Annegret Pölkow erfreut sich mit durchschnittlich zwölf Teilnehmern immer größer werdender Beliebtheit, ebenso das Donnerstag-Nachmittagscafé, das von Margrit Rall im Jahre 2006 ununterbrochen 48 Mal angeboten wurde. Auch die ein Mal monatlich stattfindenden Ausflüge unter der Regie von Siegfried Schmidt finden regen Anklang. Zu den Jahresveranstaltungen gehörten Osterbasteleien, das einjährige Bestehen in den eigenen Vereinsräumen, die Seniorenmesse "Aktiv(er) leben in Dettingen" und PC-Kurse. Darüber hinaus bietet Jochen Stahl Fahrten zu Ärzten und Ämtern und Beratungen zu vorsorgenden Papieren an.

Für die Einbindung des Vereins in den gemeindlichen Altenhilfeplan, in das Netzwerk "Dabei" und in die Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen kümmerte sich Rudi Dölfel.

Im Anschluss an die einzelnen Berichte gab die Kassiererin Anka Kosch den Kassenbericht 2006 ab. Die anschließende Aussprache über den Jahresbericht war kurz gehalten und Bürgermeister Rainer Haußmann beantragte die Entlastung des Vorstandes insgesamt, die auch einstimmig erfolgte. Für die Neuwahlen der Hälfte der Vorstandsmitglieder fungierte er als Wahlleiter. Sowohl Margrit Rall und Christine Sonntag als Beisitzerinnen als auch Holger Schmidt als Schriftführer wurden einstimmig bestätigt. Für die beiden ausscheidenden Kassenprüfer Oskar Renke und Karl-Georg Bauer wurden einstimmig Ursula Bader-Hack und Albert Heinz gewählt. Die Vakanz im zweiten Vorsitz des Vereins konnte an diesem Abend noch nicht geschlossen werden, hier zeichnet sich aber eine Lösung ab.

Bürgermeister Haußmann lobte in einer Ansprache die Arbeit von Forum Altern und war erfreut über den Zulauf und Zuspruch, den der Verein mit seinen Angeboten erfahre. Er hob auch die gute Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden Rudi Dölfel hervor, insbesondere dessen stete Gesprächsbereitschaft und aktive Mitarbeit im Altenhilfeplan und Netzwerk "Dabei". Die nächste Herausforderung für die Gemeinde nach dem Altenhilfeplan sei der künftige Jugendhilfeplan. Die Verknüpfung aller Hilfeangebote insbesondere für ältere Mitbürger solle künftig durch eine IAV-Stelle (Anlauf-/Auskunfts- und Vermittlungsstelle) in Trägerschaft des Krankenpflegevereins gewährleistet werden. Vorweg wolle er Befürchtungen aus dem Weg räumen, diese IAV-Stelle würde beispielsweise in Konkurrenz zum Forum Altern treten. Ganz im Gegenteil, die ausschließlich mit strategischen Aufgaben betraute IAV-Stelle solle die bereits bestehenden Angebote koordinieren, eigene operative Aufgaben kämen dieser Stelle nicht zu. Für Aus- und Fortbildungsangebote für ehrenamtliche Helfer zu sorgen sei allerdings auch eine der wesentlichen Aufgaben dieser Stelle. Alle Beteiligten würden sicherlich von der Arbeit dieser Stelle profitieren.

Schmunzeln erntete Bürgermeister Haußmann, als er die zwar noch nicht vollzogene, aber allseits erklärte "Hochzeit" von Bärbel Weinacht mit ihren Helferinnen der Nachbarschaftshilfe und Rudi Dölfel mit Forum Altern verkündete. Das Zusammengehen beider Gruppen werde sicherlich für alle Beteiligten und auch Hilfesuchenden vorteilhaft sein.

hs